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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Vater Jaguar
"Dann schieße ihn in die Schläfe; das ist die sicherste Stelle."
Also um einen Mord handelte es sich! Der Kellner erschrak so, daß er sich für einige Augenblicke nicht zu bewegen vermochte. Und da stieg der Kerl wieder aufwärts und richtete den Lauf der Pistole, welche er in der Rechten hielt, in das Zimmer. Das gab dem Lauscher seine Beweglichkeit zurück. Er schrie laut auf, sprang zur Leiter, warf den Untenstehenden zur Seite und stieß sie um, so daß der Obenstehende, welcher soeben abdrückte, gerade beim Krachen des Schusses jäh zum Sturze kam. Der Kellner warf sich auf ihn, um ihn festzuhalten.
"Laß los, Hund, sonst erschieße ich dich!" knirschte der Mörder.
Der Schuß ging los, und der Deutsche fühlte einen stechenden Ruck im linken Arme. Er war getroffen worden und konnte den Menschen nicht mehr halten, welcher aufsprang und schnell in der Dunkelheit verschwand. Der andre war schon vorher davongerannt.
Die beiden Schüsse hatten die Bewohner des Hauses geweckt. Es begann in demselben lebendig zu werden. Zugleich wurde droben in dem erleuchteten Zimmer eines der Fenster geöffnet; der Doktor steckte den Kopf heraus und rief:
"Welcher Mordbube schießt denn da nach mir! Warum läßt man mich nicht ruhig lesen?"
Da erschrak der Kellner von neuem und antwortete:
"O jerum, jerum! Sind denn Sie's, Herr Doktor, welcher umgebracht hat werden sollen?"
"Wer ist denn da unten? Diese Stimme kommt mir bekannt vor."
"Ick bin es, ick, Fritze Kiesewetter, Herr Doktor."
"Fritze Kiesewetter? Mir ist ein Individuum dieses Namens noch nicht vorgekommen."
"O doch! Heute, im Café de Paris haben Sie mir kennen jelernt. Sie wollten mir wegen die Sündflutsknochen engagieren."
"Ah, der Kellner! Aber, Mensch, wie kommen Sie denn auf die Idee, nach mir zu schießen?"
"Als wie ick? Dat ist stark! Da hört nun oft und manchmal allens auf! Ick soll es jewesen sind, der jeschossen hat?"
"Wer denn? Oder sind Sie nicht allein?"
"Ick bin janz allein, nach Schiller die einzige fühlende Larve hier in dem Jarden."
"Wohnen Sie denn hier im Hause?"
"Auch nicht."
"Aber was wollen Sie da denn hier?"
"Ihnen retten. Und nun, da Sie mich dat Leben zu verdanken haben, halten Sie mir für den reinen Meuchelmord. Dat kränkt mir in die Seele!"
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