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Werke von Karl May

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Nächtliche Kämpfe 

dem Feuer kriechend. Dabei wendete Old Firehand sich zu dem Knaben Fred. Er wollte ihm sagen, sich zu den Pferden zu begeben und jeden Tramps niederzuschießen, der etwa aufsteigen und entfliehen wollte; aber kaum war das erste fort über seine Lippen, so ertönte vor ihnen ein lauter, durchdringender Schrei. Es war der bereits erwähnte Hilferuf des alten Missouriers.
 
"Sie morden ihn!" sagte Old Firehand, aber noch immer in gedämpftem Tone. "Schnell drauf, mitten unter sie hinein. Keine Schonung gegen den, der sich wehrt!"
 
Er erhob sich und sprang nach dem Feuer zu und warf drei, vier Tramps zur Seite, um zu dem Roten zu kommen, welcher eben, wie schon berichtet, zum Schlage ausholte. Er kam gerade noch zur rechten Zeit und hieb den Cornel mit dem Kolben nieder. Zwei, drei Tramps, welche beschäftigt waren, den Missourier zu binden und zu knebeln, um ihn dann in den Fluß zu werfen, fielen unter seinen nächsten Streichen. Dann zog er, das noch nicht abgeschossene Gewehr wegwerfend, die Revolver und feuerte auf die übrigen Feinde. Dabei sagte er kein Wort. Es war seine Gewohnheit, im Kampfe zu schweigen, außer wenn er gezwungen war, Befehle zu erteilen.
 
Desto lauter waren die drei andern. Der schwarze Tom war auch wie ein Wetter unter die Tramps gefahren und arbeitete sie mit dem Kolben nieder, indem er ihnen die kräftigsten Schimpf-  , Spott-   und Drohnamen zurief. Der sechzehnjährige Fred hatte erst die Flinte auf sie abgeschossen, sie weggeworfen, und die Revolver gezogen. Er gab Schuß auf Schuß ab und schrie dabei aus Leibeskräften, um ihren Schreck zu erhöhen.
 
Am lautesten aber ließ sich die kreischende Fistelstimme der Tante Droll hören. Der wundersame Jäger schrie und wetterte geradezu für hundert Personen. Seine Bewegungen waren so ungemein schnell, daß keiner der Feinde mit Sicherheit auf ihn zu schießen vermocht hätte. Aber es gab auch keinen, der dies beabsichtigte. Die Tramps waren vor Schreck über den unerwarteten Überfall so verblüfft, daß sie zunächst gar nicht an Widerstand dachten, und als sie zu sich kamen, sahen die Unverletzten von ihnen so viele ihrer Kameraden tot oder verwundet oder betäubt am Boden liegen, daß sie es für das klügste hielten, die Flucht zu ergreifen. Sie rannten davon, ohne sich Zeit genommen zu haben, die Angreifer zu zählen, deren sie infolge von Tante Drolls Geschrei eine große Anzahl vorhanden glaubten. Von dem Augenblicke, an welchem Old Firehand den ersten Streich geführt
 
 
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