|
| Werke von Karl May |
|
|
| Der Schatz im Silbersee |
|
|
| Das Vermächtnis der Inkas |
|
|
| Der Ölprinz |
|
|
| Der schwarze Mustang |
|
|
|
|
|
| |
Nächtliche Kämpfe
gegen diese Übermacht nichts auszurichten vermöge. Er konnte nichts weiter thun, als sehen, was mit dem Missourier geschehen werde, und dann die Rafters benachrichtigen. Um aber nicht auch selbst entdeckt zu werden, kroch er von dem in das Schilf geschnittenen Wege fort, weit weg zur Seite, wo er sich hinter einem Busch verbarg.
Die Tramps wollten, als sie den Gefangenen erblickten, laut werden, doch der Cornel gebot ihnen Schweigen: "Still! Wir wissen nicht, ob noch andre da sind. Haltet ihn fest. Ich werde nachsehen."
Er ging die Umgebung des Feuers ab und bemerkte zu seiner Beruhigung keinen Menschen. Dann gebot er, den Mann an das Feuer zu bringen. Dieser hatte alle seine Kräfte angestrengt, sich loszumachen, doch vergebens. Er sah ein, daß er sich in sein Schicksal fügen müsse. Allzu schlimm konnte dasselbe nicht sein, da er den Tramps ja bis jetzt nichts zuleide gethan hatte. Übrigens mußte ihn der Gedanke an den Indianer beruhigen. Dieser ging gewiß schnell fort, um Hilfe herbeizuholen.
Während vier Mann den Gefangenen am Boden festhielten, beugte sich der Cornel nieder, um ihm in das Gesicht zu sehen. Es war ein langer, langer, scharf und nachdenklich forschender Blick, mit dem er dies that. Dann sagte er: "Kerl, dich müßte ich kennen! Wo habe ich dich eigentlich schon gesehen?"
Der Alte hütete sich wohl, es ihm zu sagen, da er in diesem Falle verloren gewesen wäre. Der Haß kochte in seiner Brust, aber er gab sich Mühe, ein möglichst gleichgültiges Gesicht zu zeigen.
"Ja, ich muß dich gesehen haben," wiederholte der Cornel. "Wer bist du? Gehörst du zu den Rafters, welche da oberhalb arbeiten ?"
"Ja," antwortete der Gefragte.
"Was hast du dich hier herumzuschleichen? Warum belauschest du uns?"
"Sonderbare Frage? Ist es hier im Westen etwa verboten, sich die Leute anzusehen? Ich meine vielmehr, daß es ein Gebot der Notwendigkeit ist, dies zu thun. Es gibt da Leute genug, vor denen man sich in acht nehmen muß."
"Zählst du vielleicht auch uns zu denselben?"
"Unter welche Sorte von Menschen ihr gehört, das muß sich erst zeigen. Ich kenne euch ja nicht."
"Das ist eine Lüge. Du hast gehört, was wir gesprochen haben und wirst also wissen, wer und was wir sind."
"Nichts habe ich gehört. Ich war unten am Flusse und wollte nach unserm Lager, da sah ich euer Feuer und schlich natürlich herbei,
|
|
|
| |
|