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Werke von Karl May

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Nächtliche Kämpfe 

Hause kam, fehlte auch die zweite Kuh. Die Rafters hatten sie indessen geholt, mir zum Trotze, um mir zu zeigen, daß sie sich aus mir nichts machten. Als ich am andern Morgen hinkam, hatten sie dieselbe in Stücke zerlegt und die Schnitten zum Trocknen aufgehangen, um Pemmikan zu machen. Meine wiederholte und nun natürlich gesteigerte Forderung wurde ebenso verlacht wie gestern. Ich drohte also von meinem Rechte Gebrauch zu machen und verlangte Geld. Dabei legte ich das Gewehr an. Ein Mensch, welcher den Sprecher und Anführer machte, erhob sofort auch sein Gewehr. Ich sah es ihm an, daß er Ernst mache und zerschmetterte es ihm mit meiner Kugel. Ich hatte ihn nicht verwunden wollen, sondern auf das Gewehr gezielt. Dann eilte ich zurück, um meine Söhne zu holen. Wir drei fürchteten uns keineswegs vor diesen sechs, doch als wir kamen, waren sie schon fort. Natürlich war nun Vorsicht geboten, und wir kamen mehrere Tage lang nicht über die nächste Umgebung der Blockhütte hinaus. Am vierten Morgen waren die Rationen alle geworden, und ich ging also mit dem einen Sohn, um Fleisch zu machen. Natürlich sahen wir uns vor, aber es war keine Spur von den Rafters zu bemerken. Als wir uns dann langsam und leise durch den Wald pürschten, vielleicht zwanzig Schritte voneinander entfernt, sah ich plötzlich den Anführer von ihnen hinter einem Baum stehen. Er erblickte nicht mich, sondern meinen Sohn und legte das Gewehr auf ihn an. Hätte ich den Kerl augenblicklich niedergeschossen, wie es mein gutes Recht und sogar meine Pflicht war, so wäre ich gewiß nicht kinderlos und Witwer geworden. Aber es ist nie meine Passion gewesen, ohne Not ein Menschenkind zu töten, und so sprang ich nur schnell hinzu, riß ihm die Flinte aus der Hand, das Messer und das Pistol aus dem Gürtel und gab ihm einen Hieb in das Gesicht, daß er zu Boden stürzte. Er verlor seine Geistesgegenwart keinen Augenblick, war vielmehr noch schneller als ich. Im Nu hatte er sich aufgerafft und sprang davon, ehe ich nur eine Hand nach ihm ausstrecken konnte."
 
"Alle Teufel! Diese Dummheit hast du nachher büßen müssen!" rief einer. "Es ist ausgemacht, daß der Mann diesen Schlag später gerächt hat."
 
"Ja, er hat ihn gerächt," nickte der Alte, indem er aufstand, um einigemal auf und ab zu schreiten. Die Erinnerung regte ihn auf. Dann setzte er sich wieder nieder und fuhr fort: "Wir hatten Glück und machten eine gute Jagd. Als wir heimkehrten, ging ich hinter das Haus, um dort die Beute einstweilen abzulegen. Es war mir, als ob ich einen erschrockenen Ruf meines Sohnes hörte, aber ich
 
 
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