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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Nächtliche Kämpfe
nicht arbeiten, sondern es thun sich stets mehrere, meist vier bis acht oder zehn zusammen. Zuweilen kommt es auch vor, daß die Gesellschaft aus noch mehr Personen besteht; dann fühlt sich der Rafter doppelt sicher, denn mit einer solchen Anzahl von Menschen, welche um den Besitz eines Baumstammes ihr Leben auf das Spiel setzen würden, wird kein Farmer oder sonstiger Besitzer einen Streit beginnen.
Freilich führen sie ein sehr hartes, anstrengungs- und entbehrungsreiches Leben, doch ist am Ende ihr Lohn kein geringer. Der Rafter verdient, da ihn das Material nichts kostet, ein schönes Stück Geld. Während die andern arbeiten, sorgt ein Kamerad oder sorgen zwei oder mehrere, je nach der Größe der Gesellschaft, für die Ernährung derselben. Das sind die Jäger, welche tagsüber und oft auch während der Nacht umherstreifen, um "Fleisch zu machen". In wildreichen Gegenden ist das nicht schwer. Mangelt es aber an Wild, so gibt es viel zu thun; der Jäger hat keine Zeit übrig, Honig und andre Delikatessen zu suchen, und die Rafters müssen auch diejenigen Fleischstücke essen, welche der Hinterwäldler sonst verschmäht, sogar die Eingeweide.
Die Gesellschaft nun, welche hier am schwarzen Bärenflusse ihr Wesen trieb, schien, wie der volle Kessel bewies, keine Not zu leiden. Darum waren alle guter Laune, und es wurde nach der harten Tagesarbeit viel gescherzt. Man erzählte sich heitre oder sonst interessante Erlebnisse; man schilderte Personen, welche man getroffen hatte und die irgend eine Eigenschaft besaßen, welche zum Lachen Veranlassung gab.
"Da solltet ihr einen kennen, den ich da oben mal in Fort Niobrara getroffen habe," sagte ein alter, graubärtiger Kerl. "Der Mann war ein Mann und wurde doch nur Tante genannt."
"Meinst du etwa Tante Droll?" fragte ein andrer.
"Ja, grad den und keinen andern meine ich. Bist du ihm etwa auch begegnet?"
"Ja, einmal. Das war in Desmoines, im Gasthofe, wo sein Erscheinen große Aufmerksamkeit erregte und sich alle über ihn lustig machten. Besonders einer war es, der ihm keine Ruhe ließ, bis Droll ihn bei den Hüften nahm und zum Fenster hinauswarf. Der Mann kam nicht wieder herein."
"Das traue ich der Tante gut und gern zu. Droll liebt einen Spaß und hat nichts dagegen, wenn man über ihn lacht, aber über einen gewissen Punkt hinaus darf man nicht gehen, sonst zeigt er die Zähne. Übrigens würde ich einen jeden, der ihn ernstlich beleidigen wollte, sofort niederschlagen."
"Du, Blenter? Warum?"
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