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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Nach dem Rocky-Ground
"Nun, worin besteht diese Ursache?"
"Sie beschteht in eenem Pferde, welches sich das Schtolpern nich abgewöhnen kann."
"Wieso?" fragte Old Shatterhand ernsthaft, obgleich er das Lachen verbeißen mußte.
"Ich habe bereits gesagt, daß wir von Arkansas aus zu Pferde waren. Mein Gaul war nich übel, und ich habe ihn heute noch; mit Drolls Schimmel aber waren wir betrogen worden; er war een Stolperer, wie er im Buche schteht. Geschtolpert mußte nämlich sein, und wenn es keenen Graben, keenen Schteen und keene Wurzel gab, der oder die im Wege lag, da schtolperte das Vieh wenigstens über seine eegenen Beene weg."
"Wer kauft aber auch so ein Tier! Noch dazu einen Schimmel! Du weißt doch, daß kein erfahrener Westmann einen Schimmel reitet, weil die helle Farbe des Pferdes ihn dem Feinde schon von weitem verrät."
"Das weeß ich wohl; aber wenn man Pferde partuh haben muß und nur Schimmel zu haben sind, was macht man da? Soll man das Tier mit Tinte anmalen, daß beim nächsten Regen aus dem Rappen dann doch een Schimmel wird?"
"Hm, sonderbar! Ich habe doch fast nie eine Anzahl von Schimmels zum Verkaufe stehen sehen; sie kommen ja gar nicht auf, weil niemand sie kauft."
"Das sagte ich mir nachher ooch; aber da war es zu schpät. Es schtellte sich nämlich heraus, daß der Händler ooch dunkle Pferde hatte, die aber vor uns verschteckt worden waren."
"So seid Ihr einfach betrogen!"
"Bitte sehr, Herr Shatterhand! Der Hobble- Frank läßt sich nicht betrügen; dazu besitzt er een viel zu durchsichtiges Tellurium; aber wie wollen Sie das Dasein eenes Pferdes berechnen, wenn seine irdische Existenz zwischen den Wänden eenes zugeschlossenen Schtalles schwebt? Können Sie das verschleierte Bild zu Sais in een brauchbares schwarzes oder braunes Reitpferd verwandeln, welches nich die süße Angewohnheit hat, über alle seine vier eegenen Beene zu schtolpern? Und schtolpern that die Bestie, das is nich abzuleugnen."
"Aber es will mir noch immer nicht gelingen, dieses Stolpern mit der Insel Ischia in Verbindung zu bringen. Hoffentlich ist der Schimmel nicht über die Insel hinweggestolpert!"
Frank schien in diesen Worten doch eine kleine Ironie zu vermuten, denn er sah den Sprecher forschend an; als er aber in dem Gesichte desselben auch nicht die geringste verdächtige Spur bemerkte, antwortete er: "Nee, das nich; die Insel is nämlich nur een Boomstumpf gewesen."
"Erzähle es!"
"Das is eene ganz dumme Geschichte, und sie kam ganz plötzlich wie vom blauen Himmel herunter. Wir ritten zwischen Büschen im hohen Grase, ganz fröhlich und wohlgemut, und ahnten nich, daß das verderbliche Schicksal in der Geschtalt eenes im Grase verborgenen Boomschtumpfes über unsern Häuptern schwebte. Da schtolpert der Schimmel mit den Vorderbeenen und thut vor Schreck eenen gewaltigen Satz zur Seite. Droll, der ohne jede blasse Idee ganz leicht und locker im Sattel sitzt, wird abgeworfen, und zwar so, daß er off den Schtumpf grad und genau so wie off eenen Schtuhl zu sitzen kommt. Dabei gab's zweeerlee zu hören, nämlich eenen lauten Schrei und eenen gewaltigen Krach. Den Schrei hat Droll ausgestoßen; aber wer so gewaltig gekracht hat, ob Droll oder ob der Boomstummel, das is ungewiß. Ich gloobe aber, Droll is es ooch gewesen, denn seine Glieder scheinen selbst heute noch nich ganz richtig an Ort und Schtelle zu sein. Er konnte nich offschtehen; ich war ihm zwar behilflich, sich aus dem niedrigen Parterre in eene höhere Etage zu erheben, aber er sank immer wieder in sein eegenes, schmerzliches Selbst zusammen. Er quoll von Seufzern über, so daß der Wunsch, an seiner Schtelle zu sein, in meinem ooch
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