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Werke von Karl May

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Nach dem Rocky-Ground 

"Sie heißen: >Komm, wir gehen mit!< Er sagte das, weil wir mit Euch gehen sollten."
 
"Höre, du bist ein Pfiffikus; aber mich täuschest du nicht. Kommen heißt >lai< , und gehen heißt >k'iu< ; schuet put tek aber heißt: >es darf nichts gestanden werden<. Willst du das etwa auch leugnen?"
 
Der noch am Schenktische stehende Chinese hatte sich bis jetzt die schmerzende Wange gehalten; nun aber schlug er erschrocken die Hände zusammen; der andre war zwei, drei Schritte zurückgefahren, starrte den Jäger mit weit geöffneten Augen an und fragte stockend und entsetzt: "Wie? Ihr -   -   Ihr -   -   könnt -   -   könnt -   -   chinesisch sprechen?"
 
Old Shatterhand benutzte dieses Entsetzen, den Burschen zu überrumpeln, indem er schnell fragte:
 
"Wer war der Indianer, der euch die Gewehre abgezwungen hat?"
 
Der Chinese ging gedankenlos in die Falle, denn er antwortete ohne Ueberlegung: "Er nannte sich den >schwarzen Mustang<, den Häuptling der Komantschen."
 
"Put yen put jii, put yen put jii!" schrie der erste Chinese vom Schenktische her.
 
Dieser ängstliche Zuruf heißt so viel wie: "Kein Wort reden, kein Wort reden!"
 
"Tien na, agai yn -   mein Himmel, o wehe, wehe!" rief sein Kumpan, der jetzt einsah, was für einen Fehler er begangen hatte.
 
"Schweigt!" lachte Old Shatterhand. "Ihr habt ja gehört, daß euer Chinesisch euch nichts nützt! Ihr seid jetzt überführt und werdet unbedingt noch heut abend erschossen oder aufgehängt, wenn ihr noch weiter leugnet. Erzählt ihr uns aber genau, wie es geschehen ist, so werden wir euch das Leben schenken."
 
"Das Leben schenken?" fragte der zweite Chinese, der weniger hartköpfig als der erste war. "Was wird aber dann unsre Strafe sein?"
 
"Das richtet sich ganz nach eurer Aufrichtigkeit. Wenn ihr nichts, aber auch gar nichts verschweigt, so kommt ihr jedenfalls besser weg, als ihr es selbst verlangen könnt."
 
"So werde ich es sagen; ja, ich erzähle es!"
 
 
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