Karl May Reiseromane       Goethe Bildungsromane
Impressum | Datenschutz

Werke von Karl May

Werke von Karl May
Home
Der Schatz im Silbersee
Der schwarze Panther
Die Tramps
Nächtliche Kämpfe
Der Vergeltung entronnen
Indianisches Meisterstück
Ein Parforceritt im Finstern
Im Kampf um Butlers Farm
Ein Drama auf der Prairie
List und Gegenlist
Am Eagle-tail
In der Klemme
Auf Tod und Leben
Edelmut Old Shatterhands
Gefangen und befreit
Eine Indianerschlacht
Am Silbersee
Das Vermächtnis der Inkas
Vater Jaguar
Die Gigantochelonia
El Hijo del Inka
Eine Urwaldschlacht
In der Mordschlucht
Der Ölprinz
Das Kleeblatt
Im Mogollongebirge
Am Petroleumsee
Gerechte Strafe
Der schwarze Mustang
Im Firwood-Camp
Nach dem Rocky-Ground
Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

List und Gegenlist 

auf den Schlaf verwendete. Als er erwachte, war es fast dunkel geworden, und der Neger brachte ihm sein Abendbrot. Gegen zehn Uhr kam dann der Ingenieur und meldete, daß der Schreiber schon längst gegessen habe und sich nun auf sein Zimmer begeben werde.
 
Old Firehand stieg also in das Stockwerk hinauf, von welchem aus eine viereckige Klappe auf das flache Dach führte. Auf dem letzteren angekommen, legte er sich nieder und kroch leise nach derjenigen Stelle der Dachkante, unter welcher, wie er sich erkundigt hatte, das betreffende Fenster lag. Es war so dunkel, daß er es wagen konnte, hinabzugreifen. Es war so nahe, daß er es mit der Hand zu erreichen vermochte.
 
Als er einige Zeit ruhig wartend dagelegen hatte, hörte er unter sich eine Thür gehen. Schritte gingen nach dem Fenster, und her Schein eines Lichtes fiel aus demselben hinaus ins Freie. Das Dach bestand aus einer dünnen Bretterlage und darauf genageltem Zinkblech. So wie Old Firehand die Schritte unter sich hörte, so konnte auch er selbst von dem Schreiber gehört werden; Es war also große Vorsicht nötig.
 
Nun strengte der Jäger seine Augen an, um das nächtliche Dunkel zu durchdringen, und zwar nicht vergeblich. In der Nähe des aus dem Fenster fallenden Lichtscheines stand eine Gestalt. Dann klang das Fenster; es wurde geöffnet.
 
"Esel!" raunte eine viertelslaute, zornige Stimme. "Thu doch die Lampe weg; das Licht trifft ja auf mich!"
 
"Selber Esel!" antwortete der Schreiber. "Was kommst du schon jetzt! Man ist im Hause noch wach. Komm in einer Stunde wieder."
 
"Gut. Aber sag wenigstens, ob du eine Nachricht hast."
 
"Und was für eine!"
 
"Gut?"
 
"Herrlich! Viel, viel prächtiger, als wir es hätten ahnen können. Aber gehe jetzt, man könnte dich sehen!"
 
Das Fenster wurde geschlossen, und die Gestalt verschwand aus der Nähe des Hauses. Nun war Old Firehand gezwungen, eine Stunde und noch länger warten zu müssen, ohne sich regen zu dürfen. Aber das war keine Anstrengung für ihn, denn ein Westmann ist an viel Schwierigeres gewöhnt. Die Zeit verging, wenn auch langsam, aber doch. Unten in den Häusern und Hütten brannten noch die Lichter. Hier oben aber bei der Wohnung des Ingenieurs war alles in tiefes Dunkel gehüllt. Old Firehand hörte, daß das Fenster wieder geöffnet wurde, die Lampe brannte nicht mehr. Der Schreiber erwartete seinen
 
 
Seiten
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24