Karl May Reiseromane       Goethe Bildungsromane
Impressum | Datenschutz

Werke von Karl May

Werke von Karl May
Home
Der Schatz im Silbersee
Der schwarze Panther
Die Tramps
Nächtliche Kämpfe
Der Vergeltung entronnen
Indianisches Meisterstück
Ein Parforceritt im Finstern
Im Kampf um Butlers Farm
Ein Drama auf der Prairie
List und Gegenlist
Am Eagle-tail
In der Klemme
Auf Tod und Leben
Edelmut Old Shatterhands
Gefangen und befreit
Eine Indianerschlacht
Am Silbersee
Das Vermächtnis der Inkas
Vater Jaguar
Die Gigantochelonia
El Hijo del Inka
Eine Urwaldschlacht
In der Mordschlucht
Der Ölprinz
Das Kleeblatt
Im Mogollongebirge
Am Petroleumsee
Gerechte Strafe
Der schwarze Mustang
Im Firwood-Camp
Nach dem Rocky-Ground
Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

List und Gegenlist 

"Welche List meint Ihr, Sir? Ich will ja gern thun, was Ihr mir ratet. Ihr seid ein ganz andrer Kerl, als ich bin, und wenn Ihr zufrieden seid, so bin ich sofort bereit, Euch das Kommando über diesen Platz und meine Leute abzutreten."
 
"Nicht so schnell, Sir! Wir müssen überlegen. Zunächst dürfen die Tramps nicht ahnen, daß Ihr gewarnt seid. Sie dürfen also nicht wissen, daß wir uns hier befinden. Auch unsre Pferde dürfen sie nicht sehen. Gibt es kein Versteck für die Tiere?"
 
"Die kann ich gleich verschwinden lassen, Sir."
 
"Aber so, daß wir sie leicht zur Hand haben?"
 
"Ja, glücklicherweise seid Ihr so zeitig am Tage gekommen, daß Ihr von den Arbeitern nicht gesehen wurdet. Von ihnen könnten es die Kundschafter erfahren. Mein Neger, welcher treu und verschwiegen ist, wird die Pferde verstecken und versorgen."
 
"Gut, gebt ihm den Befehl dazu! Und Ihr selbst müßt Euch dieses Master Hartley annehmen. Gebt ihm ein Bett, daß er sich niederlegen kann. Aber kein Mensch darf von seiner Anwesenheit etwas wissen, kein Mensch außer Euch, dem Neger und dem Arzte; denn ein Doktor ist doch wohl vorhanden?"
 
"Jawohl. Ich werde ihn sofort kommen lassen."
 
Er entfernte sich mit dem Yankee, welcher ihm recht gern folgte, da er sich nun sehr ermüdet fühlte. Als der Ingenieur nach einiger Zeit zurückkehrte, um zu sagen, daß sowohl der Verwundete als auch die Pferde gut versorgt seien, meinte Old Firehand: "Ich wollte alle Beratung in Gegenwart dieses Arzneischwindlers vermeiden, denn ich traue ihm nicht. Es gibt in seiner Erzählung einen dunklen Punkt. Ich bin überzeugt, daß er den armen Schreiber mit Absicht in den Tod geschickt hat, um sich selbst zu retten. Mit solchen Menschen mag ich nichts zu thun haben. Jetzt sind wir unter uns und wissen genau, daß jeder sich auf den andern verlassen kann."
 
"So wollt Ihr uns wohl einen Plan mitteilen?" fragte der Ingenieur wißbegierig.
 
"Nein. Einen Plan können wir erst dann entwerfen, wenn wir denjenigen der Tramps kennen gelernt haben, und das wird nicht eher der Fall sein, als bis die Kundschafter hier eingetroffen sind und mit Euch gesprochen haben."
 
"Das ist richtig. Wir müssen uns also einstweilen in Geduld fassen."
 
Da hob Winnetou die Hand zum Zeichen, daß er einer andern Ansicht sei und sagte: "Jeder Krieger kann auf zweierlei Weise kämpfen;
 
 
Seiten
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24