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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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List und Gegenlist
Seite eine Thür geöffnet, und unter derselben erschien ein noch junger Weißer, welcher den Apachen mit freundlich erstaunten Augen betrachtete. Es war der Ingenieur. Sein Name, sein bräunlicher Teint und das dunkellockige Haar ließen vermuten, daß er der Abkömmling einer südstaatlichen, ursprünglich französischen Familie sei.
"Wen sucht ihr hier so früh, Mesch'schurs?" fragte er, indem er dem Roten eine sehr achtungsvolle Verbeugung machte.
"Wir suchen den Ingenieur Mr. Charoy," antwortete dieser in geläufigem Englisch, wobei er sogar den französischen Namen ganz richtig aussprach.
"Well, der bin ich. Habt die Güte, einzutreten!"
Er zog sich in das Zimmer zurück, so daß die beiden ihm folgen konnten. Der Raum war klein und einfach ausgestattet. Die auf den Möbeln liegenden Schreibrequisiten ließen vermuten, daß es das Bureau des Ingenieurs sei. Dieser schob den Ankömmlingen zwei Stühle hin und wartete dann mit sichtlicher Spannung auf das, was sie ihm zu sagen hatten. Der Yankee setzte sich sofort nieder; der Indianer blieb noch höflich stehen, neigte wie grüßend den schönen Kopf und begann:
"Sir, ich bin Winnetou, der Häuptling der Apachen - "
"Weiß es schon, weiß es schon!" fiel der Ingenieur schnell ein.
"Du weißt es schon, Sir?" fragte der Rote. "So hast du mich bereits gesehen?"
"Nein; aber es ist einer da, welcher dich kennt und euch durch das Fenster kommen sah. Ich bin außerordentlich erfreut, den berühmten Winnetou kennen zu lernen. Setze dich, und sage, was dich zu mir führt; dann werde ich dich bitten, mein Gast zu sein."
Der Indianer setzte sich auf den Stuhl und antwortete: "Kennst du ein Bleichgesicht, welches unten in Kinsley wohnt und Bent Norton heißt?"
"Ja, sehr gut. Dieser Mann ist einer meiner besten Freunde," antwortete der Gefragte.
"Und kennst du auch das Bleichgesicht Haller, seinen Schreiber?"
"Nein. Seit mein Freund in Kinsley wohnt, habe ich ihn noch nicht besucht."
"Dieser Schreiber wird heute mit noch einem Weißen zu dir kommen, um dir ein Empfehlungsschreiben von Norton zu übergeben. Du sollst den einen in deinem Bureau anstellen und auch dem andern Arbeit geben. Aber wenn du das thust, wirst du dich in große Gefahr begeben."
"In welche Gefahr?"
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