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Werke von Karl May

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Indianisches Meisterstück 

Körper, und die Köpfe erhoben sie nur so weit, als nötig war, Umschau zu halten.
 
"Hm, Ihr fangt die Sache für einen Neuling gar nicht so übel an, Sir," lobte Humply. "Ich könnte es wirklich selbst kaum besser machen. Aber seht Ihr dort den Mann auf dem zweiten Wellenhügel, geradeaus von uns?"
 
"Yes! Ein Indianer, wie es scheint?"
 
"Ja, es ist ein Roter: Hätte ich -   -   ah, Sir, lauft doch einmal hinab und holt Euer Fernrohr herbei, damit ich das Gesicht des Mannes erkennen kann."
 
Der Lord folgte dieser Aufforderung.
 
Der Indianer lag auf dem erwähnten Hügel im Grase und schaute aufmerksam nach Osten, wo aber gar nichts zu sehen war. Er richtete einigemal seinen Oberkörper weiter auf, um seinen Gesichtskreis zu vergrößern, ließ ihn aber stets schnell wieder niederfallen. Wenn er jemand erwartete, dann gewiß nur ein feindliches Wesen.
 
Jetzt brachte der Lord sein Rohr, stellte es und reichte es dem Buckeligen hin. Eben als derselbe den Indianer vor das Glas bekam, sah dieser für einen Augenblick nach rückwärts, so daß sein Gesicht zu erkennen war. Sofort legte Humply das Rohr weg, sprang vollständig auf, so daß seine ganze Gestalt vom Standpunkte des Roten aus zu erkennen war, hielt die Hände an den Mund und rief mit lauter Stimme: "Menaka schecha, Menaka schecha! Mein Bruder mag zu seinem weißen Freunde kommen!"
 
Der Indianer fuhr schnell herum, erkannte die buckelige Gestalt des Rufenden und glitt augenblicklich von der Spitze des Hügels herab, so daß er im Wellenthale verschwand.
 
"Jetzt, Mylord, werdet Ihr wohl sehr bald die ersten fünfzig Dollar einzahlen müssen," sagte Humply zu dem Engländer, indem er sich wieder niederduckte.
 
"Wird es ein Abenteuer geben?"
 
"Sehr wahrscheinlich, denn der Häuptling blickte jedenfalls nach Feinden aus."
 
"Ein Häuptling ist er?"
 
"Ja, ein tüchtiger Kerl, Osagenhäuptling."
 
"Und ihr kennt ihn?"
 
"Wir kennen ihn nicht nur, sondern wir haben mit ihm die Pfeife des Friedens und der Bruderschaft geraucht und sind verpflichtet, ihm in jeder Lage beizustehen, so wie er uns auch."
 
 
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