Karl May Reiseromane       Goethe Bildungsromane
Impressum | Datenschutz

Werke von Karl May

Werke von Karl May
Home
Der Schatz im Silbersee
Der schwarze Panther
Die Tramps
Nächtliche Kämpfe
Der Vergeltung entronnen
Indianisches Meisterstück
Ein Parforceritt im Finstern
Im Kampf um Butlers Farm
Ein Drama auf der Prairie
List und Gegenlist
Am Eagle-tail
In der Klemme
Auf Tod und Leben
Edelmut Old Shatterhands
Gefangen und befreit
Eine Indianerschlacht
Am Silbersee
Das Vermächtnis der Inkas
Vater Jaguar
Die Gigantochelonia
El Hijo del Inka
Eine Urwaldschlacht
In der Mordschlucht
Der Ölprinz
Das Kleeblatt
Im Mogollongebirge
Am Petroleumsee
Gerechte Strafe
Der schwarze Mustang
Im Firwood-Camp
Nach dem Rocky-Ground
Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

Indianisches Meisterstück 

"In Ostindien."
 
"Lack-  a-  day! So wollt Ihr also an diesem sonnigen Nachmittage von Schottland aus über die Vereinigten Staaten nach Ostindien reiten?"
 
"Heute nicht ganz."
 
"So! Würdet es wohl auch nicht leicht machen können. So seid Ihr wohl ein Englishman?"
 
"Yes."
 
"Von welcher Profession?"
 
"Lord."
 
"Alle Wetter! Ein englischer Lord mit einer runden Hutschachtel auf dem Kopfe! Euch muß man sich genauer besehen. Komm, Uncle, der Mann wird uns wohl nicht beißen. Ich habe alle Lust, seinen Worten Glauben zu schenken. Entweder ist er übergeschnappt oder wirklich ein englischer Lord mit fünf Meter Spleen und zehn Hektoliter Leberleiden."
 
Jetzt wurden auf der Höhe des nächsten Wellenhügels zwei Gestalten, welche dort im Grase gelegen hatten, sichtbar, eine lange und eine sehr kleine. Beide waren ganz gleich gekleidet, ganz in Leder wie echte, richtige Westmänner, selbst ihre breitkrämpigen Hüte waren von Leder. Die Gestalt des Langen stand steif wie ein Pfahl auf dem Hügel; der Kleine war buckelig und hatte eine Habichtsnase, deren Rücken fast so scharf wie ein Messer war. Auch ihre Gewehre waren von gleicher Konstruktion, alte, sehr lange Rifles. Der kleine Buckelige hatte das seinige mit dem Kolben auf die Erde gesetzt, und doch ragte die Mündung des Laufes noch um einige Zoll über seinen Hut hinaus. Er schien her Sprecher der beiden zu sein, denn während der Lange noch kein Wort gesagt hatte, fuhr er jetzt fort: "Bleibt noch halten, Master, sonst würden wir schießen! Wir sind noch nicht miteinander fertig."
 
"Wollen wir wetten?" fragte der Engländer hinauf.
 
"Was?"
 
"Zehn Dollar oder fünfzig oder hundert Dollar, ganz wieviel euch beliebt."
 
"Worauf?"
 
"Daß Ich euch eher erschieße als ihr mich."
 
"Dann würdet Ihr verlieren."
 
"Meint Ihr? Well, setzen wir also hundert Dollar."
 
Er griff nach hinten an die eine Patronentasche, zog sie nach vorn, öffnete sie und nahm einige Banknoten heraus. Die beiden Obenstehenden sahen einander erstaunt an.
 
 
Seiten
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26  27  28  29  30