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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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In der Klemme
Dann setzen wir uns, wie es würdigen Kriegern und Häuptlingen geziemt, nieder, um zu beraten."
"Willst du nicht lieber zu uns kommen?"
"Nein; es soll der eine den andern dadurch ehren, daß sie einander gleichweit entgegenkommen."
"Dann würde ich mit dir auf der freien Lichtung sitzen und den Schüssen deiner Leute ohne Schutz ausgesetzt sein."
"Ich gebe dir mein Wort, daß dir nichts geschehen soll. Sie werden nur dann schießen, wenn deine Krieger mir eine Kugel senden Dann wärest du freilich verloren."
"Wenn Old Shatterhand sein Wort gibt, so darf man vertrauen; es gilt ihm ebenso heilig wie der größte Schwur. Ich werde also kommen. Wie wird der große weiße Jäger bewaffnet sein?"
"Ich werde alle meine Waffen ablegen und hier zurücklassen; dir aber steht es frei, zu thun, was dir beliebt."
"Der "große Wolf" wird sich nicht dadurch schänden, daß er weniger Mut und Vertrauen zeigt. Komm also herab!"
Der Häuptling legte seine Waffen da, wo er stand, in das Gras und wartete dann auf Old Shatterhand.
"Sie wagen zu viel," wurde dieser von Jemmy gewarnt. "Sind Sie wirklich der Überzeugung, daß Sie es thun dürfen?"
"Ja. Wenn der Häuptling vorher zurückgetreten wäre, um sich mit seinen Leuten zu beraten oder ihnen einen Befehl, einen Wink zu geben, so würde ich freilich Verdacht schöpfen. Da er das aber nicht gethan hat, so muß ich ihm Vertrauen schenken."
"Und was sollen wir inzwischen thun?"
"Nichts. Ihr legt, doch ohne daß man es unten bemerkt, die Gewehre auf ihn an und schießt ihn sofort nieder, falls ich angegriffen werden sollte."
Er stieg hinab und dann schritten die beiden langsam aufeinander zu. Als sie sich erreichten, hielt Old Shatterhand dem Häuptling die Hand hin und sagte: "Ich habe den "großen Wolf" noch nie gesehen, aber oft gehört, daß er in der Beratung der Weiseste und im Kampfe der Tapferste sei. Ich freue mich also jetzt, sein Angesicht zu sehen und ihn als Freund begrüßen zu können."
Der Indianer ignorierte die Hand des Weißen, musterte mit scharfem Blicke die Gestalt und das Gesicht desselben, und antwortete, indem er nieder zur Erde deutete: "Setzen wir uns! Die Krieger der Utahs haben ihre Kriegsbeile gegen die Bleichgesichter ausgraben müssen, und es gibt also keinen einzigen Weißen, den ich als Freund begrüßen kann."
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