|
| Werke von Karl May |
|
|
| Der Schatz im Silbersee |
|
|
| Das Vermächtnis der Inkas |
|
|
| Der Ölprinz |
|
|
| Der schwarze Mustang |
|
|
|
|
|
| |
In der Klemme
habe ich sie niedergeschlagen. Sie sind nicht tot; sie werden bald wieder erwachen. Wenn ihr sie haben wollt, so holt sie euch."
"Du willst uns hinüberlocken, um uns zu töten!"
"Nein."
"Ich glaube dir nicht."
"Wer bist du? Wie ist dein Name?"
"Ich bin Ovuts- avaht, der Häuptling der Utahs."
"Ich kenne dich. Der "große Wolf" ist stark vom Körper und vom Geiste. Er ist der Kriegsherr der Yampa- Utahs, welche tapfer und gerecht sind und den Unschuldigen nicht die Sünden des Schuldigen entgelten lassen werden."
"Du redest wie ein Weib. Du jammerst um dein Leben. Du nennst dich unschuldig, aus großer Angst vor dem Tode. Ich verachte dich. Wie lautet dein Name? Es wird der Name eines alten, blinden Hundes sein."
"Ist der "große Wolf" nicht selber blind? Er scheint unsre Pferde nicht zu sehen. Haben diese etwa den Utahs gehört. Es ist ein Maultier dabei. Ist es ihnen gestohlen worden? Wie kann der "große Wolf" uns für Pferdediebe halten? Er sehe doch meinen Rapphengst an! Haben die Utahs jemals ein solches Pferd besessen? Es ist von dem Blute, welches nur für Winnetou, den Apachenhäuptling, und seine Freunde gezüchtet wird. Muß der "große Wolf" nicht daraus ersehen, daß ich ein Freund dieses berühmten Mannes bin? Darf er mich da der Angst und Feigheit zeihen? Die Krieger der Utahs mögen hören, ob mein Name der eines Hundes ist. Die Bleichgesichter heißen mich Old Shatterhand; in der Sprache der Utahs aber werde ich Pokai- mu, die "tötende Hand", genannt."
Der Häuptling antwortete nicht gleich wieder, und die jetzt eingetretene Stille währte einige Minuten. Das war ein sicheres Zeichen, daß der Name des Jägers Eindruck gemacht hatte. Erst nach der angegebenen Zeit war die Stimme des "großen Wolfes" wieder zu vernehmen: "Das Bleichgesicht gibt sich für Old Shatterhand aus; wir aber glauben seiner Versicherung nicht. Er weiß, daß dieser große, weiße Jäger von allen roten Männern hoch geachtet wird und nimmt dessen Namen an, um uns zu täuschen und dem Tode zu entgehen. Wir erkennen aus seinem Verhalten, daß ihm dieser Name nicht gehört."
"Wieso?" fragte der Jäger.
"Old Shatterhand kennt keine Furcht; dir aber hat die Angst den Mut benommen, dich uns zu zeigen."
|
|
|
| |
|