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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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In der Klemme
"Habe keine Sorge! Ich werde schon einen Braten besorgen."
"Ja, aber was für eenen! Diese alte Wiese hier is so eensam; ich glob, es leeft keen Käfer drof herum. Wo soll denn da een anständig hungriger Westmann nur den Braten herbekommen!"
"Ich sehe ihn schon. Nimm einmal mein Pferd am Zügel und reite mit den andern langsam weiter."
"Wirklich?" fragte Frank, indem er sich kopfschüttelnd rundum blickte. "Sie sehen den Braten schon? Ich verschpüre aber gar nischt Derartiges."
Er nahm den Zügel von Old Shatterhands Pferd und ritt mit Davy und Jemmy weiter. Der erstgenannte aber ging seitwärts ab, wo man eine Menge von Hügeln im Grase liegen sah. Dort gab es eine Kolonie von Prairiehunden, wie die amerikanischen Murmeltiere wegen ihrer kläffenden Stimme genannt werden. Sie sind harmlose, unschädliche und sehr neugierige Geschöpfe und wohnen sonderbarerweise gern mit Klapperschlangen und Eulen beisammen. Wenn sich ihnen jemand naht, so richten sie sich auf, um ihn anzuäugen; dabei gibt es sehr possierliche Stellungen und Bewegungen. Schöpfen sie Verdacht, so tauchen sie blitzschnell in ihre Röhren nieder und sind nicht mehr zu sehen. Der Jäger, wenn er einen andern Brocken bekommen kann, verschmäht das Fleisch dieser Tiere, nicht etwa aber, weil es ungenießbar ist, sondern weil er ein Vorurteil gegen dasselbe hat. Will er trotzdem einen Prairiehund erlegen, so darf er nicht versuchen, sich heimlich anschleichen zu können, denn diese Geschöpfe sind zu aufmerksam, als daß ihm dies gelingen könnte. Er muß ihre Neugierde erwecken und so lange zu fesseln suchen, bis er in Schußweite gekommen ist. Das kann er aber nur dadurch erreichen, daß er selbst auch die lächerlichsten Stellungen annimmt und die possierlichsten Bewegungen macht. Der Prairiehund weiß dann nicht, woran er ist und was er von dem Nahenden zu halten hat. Das wußte Old Shatterhand. Er machte also, sobald er bemerkte, daß er von den auf ihren Haufen sitzenden Tieren bemerkt worden war, allerlei Kreuz- und Quersprünge, duckte sich nieder, fuhr wieder hoch empor, drehte sich um sich selbst, bewegte die Arme wie die Flügel einer Windmühle und hatte dabei nur den Zweck im Auge, immer näher zu kommen.
Hobble- Frank, welcher jetzt neben Jemmy und Davy ritt, sah dieses Gebaren und meinte in besorgtem Tone: "Herrjemersch nee, was fällt ihm denn da ein! Is er etwa nich bei Troste? Er thut doch ganz so, als ob er Bellamadonna getrunken hätte!"
"Belladonna meinst du wohl," verbesserte Jemmy.
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