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Werke von Karl May

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In der Klemme 

Was für Waffen er außerdem besaß, war jetzt nicht zu erkennen, da der Pelz alles verdeckte.
 
Diese beiden Männer waren David Kroners und Jakob Pfefferkorn, allüberall nur als der "lange Davy" und der "dicke Jemmy" bekannt. Sie waren unzertrennlich, und niemand hatte den einen von ihnen gesehen, ohne daß der andre dabei oder wenigstens in der Nähe gewesen wäre. Jemmy war ein Deutscher und Davy ein Yankee, doch hatte der letztere während der vielen Jahre, welche beide zusammen gewesen waren, von dem ersteren so viel Deutsch gelernt, daß er sich auch in dieser Sprache genügend auszudrücken verstand. Ebenso unzertrennlich wie die beiden Reiter waren auch ihre Tiere. Sie standen stets nebeneinander; sie grasten zusammen, und wenn sie an irgend einem Lagerplatze gezwungen waren, die Gesellschaft andrer Reittiere zu dulden, so rückten sie wenigstens ein Stückchen von diesen ab und drängten sich desto enger Seite an Seite, um sich mit Schnauben, Schnüffeln und Lecken zu liebkosen.
 
Die vier Reiter mußten, obgleich es noch nicht weit über Mittag war, doch heute schon eine bedeutende Strecke zurückgelegt haben und nicht nur über weiches Grasland gekommen sein, denn sie und ihre Pferde waren tüchtig mit Staub bedeckt. Dennoch sah man weder ihnen noch den Tieren eine Ermüdung an. Fühlten sie sich ja abgespannt, so hätte man dies nur aus dem Schweigen, welches sie beobachteten, zu schließen vermocht. Dieses wurde zuerst von dem neben Old Shatterhand reitenden Hobble-  Frank unterbrochen, welcher seinen Nachbar im heimischen Dialekte fragte: "Also am Elk-  fork soll heute übernachtet werden? Wie weit ist es denn eigentlich noch dortenhin?"
 
"Wir werden dieses Wasser gegen Abend erreichen," antwortete der Gefragte.
 
"Gegen Abend erscht? O wehe! Wer soll das aushalten! Wir sitzen nu schon seit früh im Sattel. Eenmal müssen wir doch anhalten, um wenigstens die Pferde verschnaufen zu lassen. Meenen Se nich ooch?"
 
"Allerdings. Warten wir, bis wir diese Prairie hinter uns haben; dann gibt es eine Strecke Wald, wo auch ein Wasser fließt."
 
"Schön! Da bekommen die Pferde zu trinken und Gras finden sie ooch derzu. Was aber finden denn wir? Gestern gab's das letzte Büffelfleesch und heute früh die Knochen. Seitdem is uns keen Sperling und keen sonstiges Wild vor die Flinte gekommen; ich habe also Hunger und muß bald etwas zu knuspern haben, sonst geh' ich zu Grunde."
 
 
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