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Werke von Karl May

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Im Mogollongebirge 

»Das haben wir ja!«
 
»Nein.«
 
»Wieso?«
 
»Hat Mr. Rollins es nicht sehr deutlich in Frage gestellt, ob wir Euch nützen würden?«
 
»Das war nicht so gemeint, wie Ihr es aufzunehmen beliebt. Ihr habt ihn besorgt gemacht und tragt also selbst die Schuld, wenn er sich nun bedenklich zeigt. Was aber mich betrifft, so halte ich grad euch beide für die Leute, welche wir brauchen, und denke, daß ihr einen Landsmann nicht im Stiche lassen werdet.«
 
»Hm, das mit dem Landsmann hat seine Richtigkeit; ein Deutscher kann stets und überall auf uns rechnen. Ich würde also wohl mitgehen; aber Ihr wißt es ja, warum wir hier bleiben müssen.«
 
»Müssen? Das wohl nicht. Winnetou und Old Shatterhand können uns ja nachkommen, oder, wenn sie das nicht wollen, hier warten, bis Ihr zurückkehrt. Bedenkt, daß wir bis zum Chellyflusse nur drei Tage zu reiten haben; das wären sechs Tage für hin und zurück, gewiß keine lange Zeit für Leute, welche nicht nach Stunden zu rechnen brauchen, sondern vielmehr freie Herren ihrer Tage und Wochen sind. Euch und ihnen kann es sogar auf Monate und Jahre nicht ankommen.«
 
»Das geben wir zu; in dieser Beziehung sind wir nicht nur Freiherren, sondern Grafen und Fürsten. Uebrigens sind wir überzeugt, daß unsre berühmten Freunde sehr gern auf uns warten, oder gar uns nachfolgen werden, wenn wir sie durch den Ranchero darum bitten lassen. Sie haben keine Ahnung davon, daß wir hier sind, und schon die Freude, uns so unerwartet wiederzusehen, wird sie veranlassen, unsern Wunsch zu erfüllen. Was meinst du dazu, Vetter Droll?«
 
»Wir reiten mit, « antwortete der Gefragte kurz entschlossen. »Old Shatterhand kommt sicher nach und der Apache auch. Ich brenne darauf, diesem Oelprinzen ein wenig auf die Finger zu sehen, und da er nicht warten will, so bleibt uns nichts übrig, als mitzugehen. Es gibt hier zwei Gründe, welche so wichtig sind, daß wir ihnen folgen müssen. es handelt sich um ein Millionengeschäft, und Mr. Baumgarten ist ein Deutscher, der ein Recht hat, Teilnahme und Hilfe von uns zu erwarten.«
 
»Ich danke euch!« sagte der letztere, indem er ihnen die Hände drückte. »Ich will nun auch offen sein und gestehen, daß ich dem Oelprinzen kein volles Vertrauen entgegengebracht habe; grad darum bat ich Mr. Rollins, mich mitzunehmen. Ich habe Grinley unterwegs stets beobachtet und sehr scharf im Auge behalten, aber freilich nichts entdeckt, was mein Mißtrauen hätte vergrößern können. Jedoch nun, wo ich solche Leute, wie ihr seid, bei uns weiß, ist mir für die Folge nicht mehr bange. Schlagt ein, wollen gute Kameraden sein!«
 
 
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