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Werke von Karl May

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Im Mogollongebirge 

nis bleiben müssen. Also kommt herein! Mein Brandy ist so gut, wie sonst irgend einer, und einen Imbiß könnt Ihr auch haben, wenn Ihr keine großen Ansprüche macht. Wie lange gedenkt Ihr hier zu bleiben, Master Grinley?«
 
»Bis die heißeste Mittagszeit vorüber ist,« antwortete der, welcher Oelprinz genannt worden war, denn an diesen hatte Forner seine Frage gerichtet.
 
Die Pferde wurden abgesattelt und durften auf die Weide gehen. Die Reiter nahmen auf und an den erwähnten Steinen Platz. Grinley goß sich sofort ein Glas voll Brandy und leerte es in einem Zuge; schon nach kurzer Zeit hatte er der Flasche auf den Boden gesehen. Der Bankier mischte den Branntwein mit Wasser, während Baumgarten nur Wasser trank. Forner, Vater und Sohn, hatten sich in das Haus zurückgezogen, um von ihren einfachen Vorräten den Gästen ein Essen zu bereiten.
 
Von ihnen allen konnte keiner sehen, daß jetzt abermals zwei Reiter über den Fluß kamen und sich dem Rancho näherten. Sie hatten jedenfalls einen weiten Ritt hinter sich, und ihre Pferde waren sehr ermüdet. Diese beiden Männer waren Buttler, der Anführer der zwölf Finders, und Polier, der entlassene Führer der deutschen Auswanderer. Indem sie sich dem offenen Thore näherte, fragte Polier:
 
»Bist du wirklich überzeugt, daß der Ranchero dich nicht kennt? Du hast ihn mir als einen ehrlichen Kerl beschrieben, und ich nehme also an, daß der Name Buttler bei ihm Anstoß erregen würde.«
 
Man sieht, die beiden waren so vertraut miteinander geworden, daß sie sich jetzt du nannten. Buttler antwortete:
 
»Er hat mich nie gesehen. Nur mein Bruder ist oft bei ihm gewesen.«
 
»Der aber natürlich auch Buttler heißt!«
 
»Allerdings, aber er hat sich hier stets Grinley genannt.«
 
»Das war klug. Aber Brüder pflegen sich ähnlich zu sehen. Wahrscheinlich ist dies bei euch auch der Fall?«
 
»Nein. Wir sind Stiefbrüder und stammen von verschiedenen Müttern.«
 
»Weißt du, wo er sich jetzt befindet?«
 
»Nein. Als wir uns trennten, ging ich südwärts, um die Gesellschaft der Finders zu gründen; er aber war unentschlossen, wohin er sich wenden würde. Wer weiß, wo wir uns einmal wiedertreffen, wenn wir überhaupt in diesem Leben-  -  alle Wetter, dort sitzt er ja!«
 
Die beiden waren in diesem Augenblicke unter dem Thore angekommen und sahen die drei Fremden im Hofe sitzen.
 
Buttler erkannte sofort Grinley, seinen Bruder, und hielt erstaunt sein Pferd an. Grinleys Blick fiel zu gleicher Zeit nach dem Thore. Er erkannte Buttler und hatte trotz seiner Ueberraschung die Geistesgegenwart, die Hand schnell auf den Mund zu legen, was eine Aufforderung zum Schweigen ist.
 
»Ja, er ist es,« fuhr Buttler fort, indem er sein Pferd wieder in Bewegung setzte und in den Hof ritt. »Sahst du das Zeichen, welches er mir gab? Wir dürfen ihn nicht kennen.«
 
Sie stiegen von ihren Pferden, ließen dieselben laufen und näherten sich den Steinen, gerade als die beiden Forners aus dem Hause kamen, um ihren Gästen Fleisch und Brot zu bringen. Sie grüßten und fragten, ob es erlaubt sei, sich mit niederzusetzen. Es wurde ihnen natürlich nicht versagt, und sie aßen und tranken mit, ohne daß man sie nach ihren Namen und sonstigen Verhältnissen oder Absichten fragte.
 
Die beiden Brüder, welche sich nicht kennen durften, beabsichtigten ganz selbstverständlich, sich gegen einander auszusprechen; dies mußte aber heimlich geschehen. Darum stand Grinley nach dem Essen auf und sagte, er wolle
 
 
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