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Werke von Karl May

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Im Kampf um Butlers Farm 

Dazu werden sie gar keine Zeit finden, da ihnen die Schädel ja von uns zerschmettert werden."
 
"Nicht sofort, nicht sofort, sondern später."
 
"Später? Wieso! Sollen wir ihnen Zeit lassen, uns zu entkommen?"
 
"Das nicht; aber wir werden ihnen die Gefangenen noch vor dem Überfalle entführen."
 
"Haltet Ihr das für möglich?"
 
"Nicht nur für möglich, sondern sogar für sehr notwendig. Während des Kampfes ist es schwer, für die Sicherheit der Gefangenen zu sorgen; wir müssen sie also schon vorher der Gefahr entzogen haben. Und das ist gar nicht schwer."
 
"Nicht? Nun, wie denkt Ihr Euch das? Ich weiß, Ihr seid ein schlauer Fuchs. Ihr habt schon manchen sonst klugen Kerl hinters Licht geführt und Euern Kopf, der sicher verloren schien, heiler Haut aus der Schlinge gezogen. Ist Euch vielleicht auch jetzt so eine bunte Raupe angelaufen?"
 
"Will's meinen!"
 
"Nun, so beschreibt sie uns!"
 
"Gehört gar keine große Klugheit dazu. Wundere mich, daß Ihr nicht schon selbst darauf gekommen seid. Denkt doch mal an den Kanal, welcher vom Hofe aus, da hinter dem Hause, nach dem Flusse geht! Er ist unterirdisch, oder richtiger gesagt, verdeckt, und die Tramps haben keine Ahnung von seinem Vorhandensein. Ich habe mich an ihnen vorüber bis an den Fluß geschlichen und erkannte trotz der Dunkelheit den Ort, an welchem der Kanal mündet, an den großen Steinen, welche man dort in das Wasser geworfen hat, um einen kleinen Damm zu bilden, durch welchen die Wellen in den Kanal geleitet werden. Und, denkt Euch, Mesch'schurs, grad bei dieser Mündung lagern die Tramps. Sie haben am Ufer einen Halbkreis gebildet, in dessen Innern sich die Gefangenen befinden. Sie glauben, dieselben auf diese Weise ganz sicher zu haben, und doch ist es gerade dieser Umstand, welcher es uns möglich macht, sie ihnen zu entführen."
 
"Ah, ich beginne zu verstehen!" meinte Old Firehand. "Ihr wollt innerhalb des Hofes in den Kanal hinab und demselben bis zum Flusse folgen?"
 
"Ja. Ich freilich nicht allein; es müssen noch zwei mit, daß auf jeden Gefangenen einer kommt."
 
"Hm! Dieser Gedanke ist freilich vortrefflich. Wir wollen uns aber erst genau erkundigen, ob der Kanal wirklich passierbar ist."
 
 
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