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Werke von Karl May

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Gerechte Strafe 

hätte wirklich oft denken mögen, daß sie allwissend seien. So eine Divinationsgabe, wie sie besitzen, habe ich noch nie bei einem andern Menschen bemerkt. Sie besitzen ein Ahnungsvermögen, welches fast an das Hellsehen streift. Das ist ihnen natürlich angeboren und durch viele, viele Uebung vergrößert und verfeinert. Ich bin überzeugt, daß sie trotz der vielen Eindrücke, welche eure Pferde beim Verlassen des Lagers gemacht haben, doch noch die Spuren von Grinley, Poller und Buttler entdecken, Sie werden sehen, daß diese hinter euch her sind, und wer weiß, was sie dann thun. Vielleicht etwas, woran kein andrer Mensch denken würde. Doch, da fällt mir ein: wir haben noch nicht von Khasti-  tine und dem andern fehlenden Kundschafter gesprochen. Wißt ihr nicht, wo sie eigentlich stecken?«
 
»Ja.«
 
»Nun?«
 
»Es wurden zehn Kundschafter ausgesandt; acht sind bei den Nijoras gefangen; die beiden übrigen aber wurden ermordet.«
 
»Von wem?«
 
»Von den Nijoras natürlich.«
 
»Das vermutet ihr?«
 
»Wir vermuten es nicht bloß, sondern wir wissen es.«
 
»Von wem?«
 
»Von eurem Oelprinzen.«
 
»Ah! Der hat es euch gesagt?«
 
»Ja,«
 
»Und ihr habt es geglaubt?«
 
»Gewiß. Warum sollten wir es nicht glauben? Sie sind als Späher gegen die Feinde ausgezogen und von ihnen ertappt und erschossen worden. Das ist doch sehr einfach.«
 
»Nicht so einfach, wie ihr denkt. Ich habe doch gehört, daß besonders Khasti-  tine ein ausgezeichneter Späher gewesen sein soll?«
 
»Nicht nur das. Er war trotz seiner Jugend ein Meister im Kundschaften.«
 
»So! Und da ist es euch nicht aufgefallen, daß er jetzt, wo er sich nicht allein befand, sondern neun Gefährten bei sich hatte, so unvorsichtig gewesen sein soll, sich erwischen zu lassen?«
 
Wolf sah Sam forschend in das Gesicht und fragte dann:
 
»Was beabsichtigt Ihr denn eigentlich mit Euren Worten?«
 
»Euch auf die Wahrheit zu bringen. Die Nijoras haben Eure Späher nicht getötet.«
 
»Wer denn?«
 
»Der Oelprinz.«
 
»Der -   Oelprinz?« wiederholte Wolf im Tone des absolutesten Unglaubens.
 
»Ja, der Oelprinz,« bestätigte Sam.
 
»Das ist ein Irrtum. Wer hat Euch das weisgemacht?«
 
»Hört, Mr. Wolf, Sam Hawkens läßt sich nicht so leicht etwas weismachen!«
 
»Mag sein; so seid Ihr erbittert gegen den Oelprinzen, und diese Erbitterung hat Euch auf eine ungerechtfertigte Vermutung, auf eine falsche Berechnung gebracht.«
 
»Ich habe weder etwas vermutet noch etwas berechnet, sondern meine Behauptung gründet sich auf Thatsachen.«
 
»Alle Donner! So redet doch! Was sind das für Thatsachen?«
 
»Khasti-  tine hat seine Sache ganz ausgezeichnet gemacht. Er beschlich den Häuptling der Nijoras so vortrefflich, daß dieser unbedingt in seine Hände fallen mußte; da aber kam ein andrer, ein ganz Unbeteiligter dazu und schoß ihn und seinen Gefährten hinterrücks nieder.«
 
»Und dieser Mörder soll -   soll -   euer Oelprinz gewesen sein?«
 
»Soll es nicht gewesen sein, sondern ist es gewesen.«
 
»Beweist es mir; beweist es!«
 
»Nichts ist leichter als das. Es waren Zeugen dabei, zwei Männer, die es verhindern wollten, aber nicht verhindern konnten, weil es zu schnell geschah. Und diese Zeugen sitzen hier bei uns.«
 
»Hier?« fragte Wolf, indem sein Blick suchend im Kreise herumging.
 
»Ja. Mr. Rollins und Mr. Baumgarten sind's. Fragt sie nur; laßt es Euch von ihnen erzählen.«
 
Er wollte es doch noch nicht glauben; aber als der Ban-  
 
 
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