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Werke von Karl May

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Gerechte Strafe 

»Waffen, Pulver, Blei und Fleisch? Ja, das werdet Ihr erhalten.«
 
»Und mein Papier zurück! Es ist mein Eigentum!«
 
»Wenn dies erwiesen ist, erhaltet Ihr es allerdings zurück.«
 
»Nein, jetzt, sofort! Es darf uns nichts genommen werden, denn der Häuptling hat mit uns für sich und all die Seinen das Kalummet geraucht.«
 
»Das stimmt. Aber, Mr. Grinley, haltet Ihr mich etwa auch für einen Indianer, für einen Navajo?«
 
»Fragt nicht solchen Unsinn!«
 
»Schön! Ich gehöre also nicht zu dem >Großen Donner< und den Seinen. Oder habe ich mit Euch das Kalummet geraucht?«
 
Grinley starrte ihm ins Gesicht und fand keine Antwort.
 
»Ja, so ist es,« nickte Wolf mit einem überlegenen Lächeln. »Ihr mögt sonst ein schlauer Fuchs sein; heute aber seid Ihr das Gegenteil gewesen. Man läuft hier im wilden Westen nicht mit Hunderttausenden in der Tasche herum und wenn man es dennoch thut, so behält man sie drin stecken und zeigt -  sie nicht vor. Nun habt Ihr gehört, was ich Euch zu sagen hatte: wir sind fertig.«
 
Er stand auf und wollte sich entfernen. Da packte ihn der Oelprinz am Arme und schrie ihn an:
 
»Das Papier heraus, oder ich erwürge Euch!«
 
Wolf schleuderte ihn mit einem kräftigen Rucke von sich ab, zog seinen Revolver, hielt ihm denselben entgegen und antwortete drohend:
 
»Wagt Euch noch einen einzigen Schritt an mich heran und meine Kugel fährt Euch in den Schädel! Bleibt bei uns, oder macht Euch fort, mir ist es ganz gleich; aber dieses Papier gebe ich nicht eher wieder her, als bis ich meinen Neffen befreit und mit dem Bankier gesprochen habe. Jetzt ist's genug!«
 
Er ging nun wirklich fort. Der Oelprinz mußte dies zähneknirschend sehen, ohne ihn halten zu können. Er wendete sich wutschnaubend an den Häuptling; dieser hörte ihn lächelnd an und antwortete dann in größter Seelenruhe:
 
»Der >Wolf< ist ein freier Mann, er kann thun, was ihm beliebt. Wenn du bei uns bleibst, so bekommst du dein Papier wieder.«
 
 
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