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Werke von Karl May

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Gefangen und befreit 

Wort nicht ungestraft brechen darf, und werden künftig nicht mehr wagen, so treulos zu handeln. Aber jetzt brauchen wir noch nichts davon zu erwähnen."
 
Nun war die Viertelstunde vergangen, und Old Shatterhand fragte Feuerherz: "Die Zeit ist um. Was hat der Häuptling der Utahs beschlossen?"
 
"Bevor ich das sagen kann," antwortete der Gefragte, "muß ich erst genau wissen, wohin ihr die Geiseln schleppen wollt."
 
"Schleppen werden wir sie nicht; sie reiten mit uns. Zwar werden sie gefesselt sein, aber Schmerzen werden wir ihnen nicht bereiten. Wir gehen nach dem Teywipah."
 
"Und dann?"
 
"Hinauf nach dem Silbersee."
 
"Und so weit sollen die Geiseln mit euch reiten. Die Hunde der Navajoes können bereits da oben angekommen sein; sie würden unsre Krieger töten."
 
"So weit wollen wir sie nicht mitnehmen; sie sollen uns bis in das Thal der Hirsche begleiten. Ist uns bis dorthin nichts geschehen, so nehmen wir an, daß ihr euer Wort gehalten habt, und lassen sie frei."
 
"Ist das wahr?"
 
"Ja."
 
"Werdet ihr es mit uns durch die Pfeife des Friedens berauchen?"
 
"Nur mit dir allein; das genügt, denn du redest und rauchst im Namen der andern."
 
"So nimm dein Calumet, und brenne es an."
 
"Nimm lieber das deinige."
 
"Warum? Ist nicht deine Pfeife ebensogut wie die meinige? Oder bringt die deinige nur Wolken der Unwahrheit zu stande?"
 
"Umgekehrt ist es richtig. Mein Calumet spricht stets die Wahrheit; aber der Pfeife der roten Männer ist nicht zu trauen."
 
Das war eine schwere Beleidigung; darum rief Feuerherz, indem seine Augen vor Zorn funkelten: "Wäre ich nicht gebunden, so würde ich dich töten. Wie darfst du es wagen, unser Calumet zu strafen!"
 
"Weil ich ein Recht dazu habe. Die Pfeife des "großen Wolfes" hat uns wiederholt belogen, und du hast dieselbe Schuld auf dich geladen, indem du ihm Krieger gabst, uns zu ergreifen. Nein, es wird nur aus deinem Calumet geraucht. Willst du das nicht, so nehmen wir an, daß du es nicht ehrlich meinst. Entscheide schnell! Wir haben keine Lust, mehr Worte zu verlieren."
 
 
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