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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Gefangen und befreit
"Warum nicht ich?"
"Weil dein Mund voller Lügen ist."
"Ich werde die Wahrheit reden."
"Das versprachest du schon immer, ohne es zu halten. Du hast mir vorhin befohlen, nur dann zu sprechen, wenn ich gefragt werde. Jetzt bin nicht ich mehr dein Gefangener, sondern du bist der meinige, und ich gebe dir ganz denselben Befehl. Wenn du redest, ohne dazu aufgefordert worden zu sein, bekommst du ohne Gnade das Messer in das Herz gestoßen. - Wie heißest du?"
Diese Frage wurde an den ältesten der Anführer gerichtet. Er antwortete: "Kunpui (Feuerherz) ist mein Name. Gebt mich frei, so werde ich mit euch sprechen!"
"Frei wirst du sein, aber erst dann, wenn wir gesprochen haben und ihr mit dem, was wir verlangen, einverstanden seid."
"Was fordert ihr? Die Freiheit?"
"Nein, denn die haben wir bereits und werden sie uns nicht wieder nehmen lassen. Rufe zunächst fünf deiner vornehmsten Krieger herbei!"
"Was sollen sie?"
"Das wirst du nachher hören. Rufe sie schnell, sonst verlieren die Messer, welche über euch gezückt sind, die Geduld!"
"Ich muß mir überlegen, welche ich wähle."
Das sagte er nur, um Zeit zum Nachdenken zu gewinnen, ob es wirklich notwendig sei, den Befehl Old Shatterhands zu befolgen. Das war diesem nicht unlieb, denn während der Pause, welche dadurch entstand, fanden die Weißen Gelegenheit, sich das ihnen geraubte Eigentum anzueignen. Freilich sahen sie sich nicht vollständig befriedigt, denn es gab keinen unter ihnen, dem nicht irgend ein Gegenstand noch fehlte. Endlich nannte Feuerherz fünf Namen, und die Träger der selben mußten herbeikommen, ihre Waffen aber zurücklassen. Sie setzten sich nieder, um zu warten, was nun kommen werde. Sie glaubten, zu vernehmen, was von ihnen verlangt werde, zunächst aber hörten sie etwas andres. Old Shatterhand hatte nämlich, als die Häuptlinge niedergestreckt und gebunden wurden, seinen Stutzen einstweilen fallen lassen; jetzt hob er ihn wieder auf. Das Auge des "großen Wolfes" fiel auf das Gewehr und voller Entsetzen schrie er auf: "Die Zauberflinte, die Zauberflinte, sie ist wieder da, die Geister haben sie ihm durch die Luft gebracht. Rührt sie nicht an, rührt auch ihn nicht an, sonst kostet's euch das Leben!"
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