|
| Werke von Karl May |
|
|
| Der Schatz im Silbersee |
|
|
| Das Vermächtnis der Inkas |
|
|
| Der Ölprinz |
|
|
| Der schwarze Mustang |
|
|
|
|
|
| |
El Hijo del Inka
gehört, über seinen Namen, seine Heimat, seinen eigentlichen Stand, sein früheres Leben?"
"Dat sind viele Fragen in eine einzije zusammencoquiliert. lk werde sehen, ob es mich jelingt, ihnen auseinander zu addieren. Heißen thut er Benito Pajaro, wat zu deutsch bekanntlich Benedictus Vogel heißt. Seine Heimat ist mich rätselhaft; wo sich sein eijentlicher Stand befindet, weiß ik nicht; vielleicht ist er ein Strich- oder Zugvogel, und daß er auch schon vor heut und jestern, also früher jelebt hat, darauf kann man jetrost zehn Pfund Jift nehmen, wenn nämlich dieses Jift nicht jiftig ist. Dat ist allens, wat meine Allwissenheit zu leisten vermag."
"Wurde von mir gesprochen?"
"Und ob! Der Vater Jaguar war allemal dat zweite Wort."
"Gutes natürlich nicht?"
"Nein, man hat es auf Ihnen abjesehen. Jeraten Sie in die Hände dieser Hallunken, so jeht es Ihnen schlecht. Nehmen Sie Ihnen also sehr in Acht!"
Die drastische Ausdrucksweise des Stralauers war nicht etwa eine Folge davon, daß er die Angelegenheit leichtsinnig nahm; o nein, er sprach sehr ernst; er erkannte die vorhandene Gefahr, aber es war nun einmal seine Weise so. Hammer sah eine Weile schweigend vor sich nieder und erkundigte sich dann weiter:
"Konnten Sie vielleicht in Erfahrung bringen, an welchem Orte sich die Soldaten zusammenfinden sollen?"
"Ja. Es war ein See, Lago de los Carandayes, also Palmensee jeheißen."
"Wo liegt er?"
"Dat wurde nicht jesagt."
"Auch ich kenne ihn nicht, will mich aber erkundigen."
Er fragte seine Gefährten, auch den alten Anciano, den jungen Inka und sogar den Chirurgen; aber keiner hatte von diesem See gehört, und noch viel weniger wußte einer die Lage desselben anzugeben.
"Sollte er im Innern des Chaco, vielleicht in der Wüste liegen?" meinte Hammer nachdenklich.
"Ja, ja, dort wird die traute Heimat seiner Lieben sein," antwortete Fritze schnell.
"So hat man also doch davon gesprochen?"
"Nein, aber es fällt mich etwas anderes ein. Als nämlich von die Jewehre und die Magazine die Rede war, wurde davon jesprochen, daß sie alle nach einander in die Wüste hineinjelegt worden sind, und nach dem letzten Magazin kommt man an den Palmensee."
"Welch eine Unvorsichtigkeit von diesen Leuten, in Ihrer Gegenwart über diese Dinge zu sprechen! Und wie herrlich wäre es, wenn Sie Näheres über diese heimlichen Magazine wüßten!"
"Nur jetrost weiter! Vielleicht fragen Sie noch wat aus mich heraus. Die Namen von diese Magazine habe ik alle jehört."
"So? Wie heißen sie?"
"Da muß ik mir erst mal besinnen. Es waren lauter Quellen, vier Stück, und daran hing allemal ein Tier, an der vierten aber ein Zwilling. Welche Thiere dat jewesen sind - - da, ik habs jefunden! Die erste war die Fuente de los pescados (* Fischquelle.), die zweite die Fuente de los sangui- juelas (*Blutegelquelle.), die dritte die Fuente de los crocodilos (* Krokodilquelle.) und die vierte die Fuente gemela (* Zwillingsquelle.)."
Da sprang der Vater Jaguar freudig überrascht vom Boden auf und rief aus:
"Prächtig, prächtig! Diese Namen kenne ich ja alle, und ich bin an jedem dieser Orte gewesen. Fritze, Ihr gutes Gedächtnis hat uns da einen ganz unbezahlbaren Dienst erwiesen!"
|
|
|
| |
|