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Werke von Karl May

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Eine Urwaldschlacht 

unbeaufsichtigt gewesen sei. Als er dann später kam, den Posten zu inspizieren, fand er alles in Ordnung und ahnte nicht, daß etwas geschehen war, wodurch seine ganze Berechnung zu nichte gemacht werden mußte. Man entdeckte nicht einmal, daß zwei Pferde fehlten, da dieselben den Abipones gehört hatten und also von den Cambas nicht vermißt wurden.
 
Die letzteren blieben bis weit über Mitternacht munter. Die Freude, einem so grauenhaften Ueberfalle entgangen zu sein, ließ sie nicht schlafen. Und die Weißen, denen sie ihre Rettung zu verdanken hatten, mußten mit ihnen munter bleiben.
 
Von den letzteren war niemand so grämlicher Laune als Doktor Morgenstern und sein Fritze. Sie saßen abseits im Dunkeln und sprachen, nur mit ihrem Aerger beschäftigt, nur selten ein Wort miteinander. Warum? Das konnte man eben jetzt hören, als Fritze seinem Herrn zuraunte: "Inwiefern könnte es denn eine so jroße Dummheit jewesen sind?"
 
"Weiß ich's?" antwortete Morgenstern. "In Jüterbogk im Gesangvereine werde ich anders anerkannt."
 
"Dat mag die Möglichkeit sind; aber hier im Gran Chaco wird mehr verlangt als nur eine jute, wohljefällige Baritonstimme. Da muß man vor allem Haare auf die Zähne haben und ein jehörijes Quantum Tapferkeit besitzen."
 
"Sind wir denn nicht tapfer gewesen?"
 
"Nein."
 
"Nicht? Wir haben uns doch nicht nur in die vorderste Reihe gestellt, sondern sind sogar auf den Felsen gestiegen, um den Feind aus erster Hand zu haben. Ist das nicht tapfer?"
 
"Hm! Soll ik aufrichtig sind?"
 
"Natürlich!"
 
"Jut! lk denke foljendermaßen: Ik mag mich's nach rechts oder nach links überlejen, so kommt es mich jetzt vor, als ob wir nicht tapfer, sondern voreilig gewesen wären."
 
 
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