Karl May Reiseromane       Goethe Bildungsromane
Impressum | Datenschutz

Werke von Karl May

Werke von Karl May
Home
Der Schatz im Silbersee
Der schwarze Panther
Die Tramps
Nächtliche Kämpfe
Der Vergeltung entronnen
Indianisches Meisterstück
Ein Parforceritt im Finstern
Im Kampf um Butlers Farm
Ein Drama auf der Prairie
List und Gegenlist
Am Eagle-tail
In der Klemme
Auf Tod und Leben
Edelmut Old Shatterhands
Gefangen und befreit
Eine Indianerschlacht
Am Silbersee
Das Vermächtnis der Inkas
Vater Jaguar
Die Gigantochelonia
El Hijo del Inka
Eine Urwaldschlacht
In der Mordschlucht
Der Ölprinz
Das Kleeblatt
Im Mogollongebirge
Am Petroleumsee
Gerechte Strafe
Der schwarze Mustang
Im Firwood-Camp
Nach dem Rocky-Ground
Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

Ein Parforceritt im Finstern 

"Was sagt mein Bruder? Butler ist der Freund und Beschützer der Osagen. Droht ihm ein Unglück?"
 
"Ja. Doch sprechen wir nicht jetzt und hier davon. Wir müssen zunächst fort, um aus der Nähe der Tramps zu kommen. Diese wollen morgen die Farm überfallen, und wir müssen hin, um den Besitzer zu warnen."
 
"Uff! Meine roten Brüder mögen die ledigen Pferde führen, damit die weißen Brüder mir leichter folgen können!"
 
Seine Leute gehorchten, indem sie zu den ihrigen auch noch die erbeuteten ledigen Pferde nahmen; dann ging es im Galopp zwischen die niedrigen Hügel hinein, nicht auf der Spur zurück, welche sie selbst geritten waren, denn das wäre ein Umweg nach Norden gewesen, sondern auf der Fährte, die der Häuptling und seine Verfolger heute am Nachmittage gemacht hatten. Diese führte in schnurgerader Richtung der Gegend zu, in welcher Butlers Farm lag, die der Osage hatte aufsuchen wollen.
 
Im Galopp! Und zwar in dieser Finsternis! Und doch war es so. Schon am Tage war es nur dem Kundigen möglich, sich ohne Irrung in dieser Rolling-  Prairie zurecht zu finden; aber bei Nacht sich nicht zu verirren, das konnte fast als ein Wunder gelten. Als der Engländer dem kleinen Bill, neben welchem er ritt, eine darauf bezügliche Bemerkung machte, antwortete dieser: "Ja, Sir, ich habe zwar schon bemerkt, daß auch Ihr nicht auf den Kopf gefallen seid; aber Ihr werdet hier noch manches sehen, hören und auch selbst erleben, was Ihr vorher nicht für möglich hieltet."
 
"So würdet auch Ihr Euch hier nicht verirren?"
 
"Ich! Hm! Wenn ich aufrichtig sein will, so muß ich Euch sagen, daß es mir nicht einfallen würde, so zwischen diese welligen Hügel hineinzustürmen. Ich würde hübsch langsam reiten und die Krümmung jedes einzelnen Thales, dem ich folgen muß, genau prüfen. Dennoch aber würde ich morgen früh an einer ganz andern Stelle als derjenigen sein, an welche ich gelangen will."
 
"So kann das dem Häuptling doch auch passieren."
 
"Nein. So ein Roter riecht die Richtung und den Weg förmlich. Und, was die Hauptsache ist, jetzt hat er sein eigenes Pferd wieder. Dieses Tier weicht sicher keinen Schritt von der Fährte ab, welche sein Herr heute gelaufen ist. Darauf könnt Ihr Euch verlassen. Der Himmel ist so schwarz wie ein Sack voll Ruß, und von der Erde sehe ich nicht so viel, wie ich auf einen Fingernagel legen könnte, dennoch galoppieren wir wie am hellen Tage und auf ebener Straße, und ich
 
 
Seiten
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21