Karl May Reiseromane       Goethe Bildungsromane
Impressum | Datenschutz

Werke von Karl May

Werke von Karl May
Home
Der Schatz im Silbersee
Der schwarze Panther
Die Tramps
Nächtliche Kämpfe
Der Vergeltung entronnen
Indianisches Meisterstück
Ein Parforceritt im Finstern
Im Kampf um Butlers Farm
Ein Drama auf der Prairie
List und Gegenlist
Am Eagle-tail
In der Klemme
Auf Tod und Leben
Edelmut Old Shatterhands
Gefangen und befreit
Eine Indianerschlacht
Am Silbersee
Das Vermächtnis der Inkas
Vater Jaguar
Die Gigantochelonia
El Hijo del Inka
Eine Urwaldschlacht
In der Mordschlucht
Der Ölprinz
Das Kleeblatt
Im Mogollongebirge
Am Petroleumsee
Gerechte Strafe
Der schwarze Mustang
Im Firwood-Camp
Nach dem Rocky-Ground
Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

Edelmut Old Shatterhands 

Die Worte Old Shatterhands, daß er, Frank, Jemmy und Davy allein das Recht besäßen, über das Schicksal der Roten zu entscheiden, war nicht ohne Wirkung geblieben, und nach längerer Debatte einigte man sich dahin, daß diesen genannten vier die Entscheidung anheimgegeben werden solle, doch sei dabei darauf zu achten, daß man von den Roten keine weiteren Feindseligkeiten zu erwarten habe. Es sollte also ein festes Abkommen mit ihnen getroffen werden. Dazu genügte es nicht, daß mit dem Häuptlinge allein verhandelt wurde; seine Untergebenen mußten auch hören, was er sagte und versprach. Vielleicht blieb er dann aus Rücksicht auf ihre gute Meinung über seine Ehrenhaftigkeit seinen Versprechungen getreu.
 
Es wurde also ein weiter Kreis gebildet, der aus allen Weißen und Roten bestand. Zwei Rafters mußten aufwärts und abwärts im Canon Wache halten, um die Annäherung eines Feindes sofort zu melden. Der Häuptling saß vor Winnetou und Old Shatterhand. Er sah sie nicht an, vielleicht aus Scham, vielleicht auch aus Verstocktheit.
 
"Was denkt der "große Wolf", was wir jetzt mit ihm machen werden?" fragte Old Shatterhand in der Utahsprache.
 
Der Gefragte antwortete nicht.
 
"Der Häuptling der Utah hat Angst; darum antwortet er nicht."
 
Da erhob er den Blick, bohrte ihn mit grimmigem Ausdrucke in das Gesicht des Jägers und sagte: "Das Bleichgesicht ist ein Lügner, wenn es behauptet, daß ich mich fürchte!"
 
"So antworte! Überhaupt darfst nicht du von Lügen sprechen, denn du selbst bist es, der welche geredet hat."
 
"Das ist nicht wahr!"
 
"Es ist wahr. Als wir uns noch in eurem Lager befanden, fragte ich dich, ob wir frei sein würden, wenn ich den Sieg errungen hätte. Was antwortetest du mir?"
 
"Daß ihr gehen könntet."
 
"War das keine Lüge?"
 
"Nein, denn ihr seid gegangen."
 
"Aber ihr habt uns verfolgt!"
 
"Nein."
 
"Willst du es leugnen?"
 
"Ja, ich leugne es."
 
"Zu welchem Zwecke habt ihr dann das Lager verlassen?"
 
"Um nach dem Versammlungsorte der Utahs zu reiten, nicht um euch zu verfolgen."
 
 
Seiten
1  2  3  4  5  6  7  8  9  10  11  12  13  14  15  16  17  18  19  20  21  22  23  24  25  26