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Werke von Karl May

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Der Vergeltung entronnen 

eingekauft. Die Sachen sind unterwegs; er muß zu seiner Karawane stoßen und hat doch so viel Zeit versäumt. Da ist es leicht erklärlich, daß er sich sputete. Lassen wir sie also reiten, und wenden wir uns unsern eigenen Angelegenheiten zu. Was soll mit den Toten und Gefangenen werden?"
 
"Die ersteren werfen wir einfach ins Wasser, und über die andern halten wir nach altem Brauche Gericht. Vorher aber wollen wir uns überzeugen, daß uns durch die Entkommenen keine Gefahr drohe."
 
"O, deren sind so wenig, daß wir sie nicht zu fürchten haben; sie werden so weit wie möglich gelaufen sein. Übrigens können wir einige Wachen ausstellen; das ist mehr noch als genügend."
 
Der Cornel lag bei seinen gefangenen Tramps und wimmerte vor Schmerzen; aber es nahm niemand Notiz davon, wenigstens zunächst noch nicht. Von der Flußseite war nichts zu befürchten, und nach der Landseite wurden einige Wachen ausgestellt. Old Firehand ließ sein Pferd und auch diejenigen seiner bisherigen drei Gefährten holen, dann konnte das "Savannengericht" beginnen.
 
Zunächst wurde über die gewöhnlichen Tramps verhandelt. Es war ihnen nicht nachzuweisen, daß einer von ihnen einem der andern Anwesenden ein Leid zugefügt habe. Für das, was sie beabsichtigt hatten, wurden ihnen ihre jetzt empfangenen Wunden und der Verlust ihrer Pferde und Waffen als Strafe angerechnet. Heute nacht sollten sie streng bewacht und dann morgen früh entlassen werden. Die Wunden durften sie sich gegenseitig verbinden.
 
Nun kam die Reihe an den Hauptthäter, den Cornel. Er hatte bisher im Schatten gelegen und wurde nun nahe an das Feuer gebracht. Kaum fiel der Schein der Flamme auf sein Gesicht, so stieß Fred, der Knabe, einen lauten Schrei aus, sprang auf ihn zu, bückte sich über ihn, betrachtete ihn, als ob er ihn mit den Augen verschlingen wolle und rief dann, zur Tante Droll gewendet, aus: "Er ist's, er ist's, der Mörder. Ich erkenne ihn. Wir haben ihn!"
 
Droll schnellte sich sofort auch wie elektrisiert herbei und fragte: "Irrst du dich nicht? Er kann es ja gar nicht sein; es ist nicht möglich."
 
"O ja, er ist's, er ist's gewiß!" behauptete der Knabe. "Schau die Augen an, welche er macht. Liegt da nicht die Angst des Todes darin? Er sieht sich entdeckt und muß nun alle Hoffnung auf Rettung aufgeben."
 
"Aber wenn er es wäre, müßtest du ihn schon auf dem Schiffe, auf dem Steamer, erkannt haben."
 
 
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