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Werke von Karl May

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Der Ueberfall
Die Bonanza of Hoaka
 
 

Der Ueberfall 

"Ja."
 
"Da bitte ich Sie um die große Diagnose und Gefälligkeet, mich dabei als den erschten Tragödien-   und Soubrettensänger mitwirken zu lassen! Die Rolle brauch' ich gar nich erscht auswendig zu lernen, denn ich drehe dem Alten das Inwendige so nach außen, daß wir ihm mit der größten Splendidität und Leichtigkeet alle beeden Seiten ausklopfen und sympathisieren können. Befehlen Sie also gütigst, Herr Inschpektor und Direktor, wenn der Vorhang offschteigen soll! Das verehrte Publikum trampelt schon mit allen Beenen, und das ganze Haus is ausverkooft!"
 
"Gut, dein Wunsch soll erfüllt werden. Ist dein Bowiemesser noch scharf?"
 
"Scharf und schpitz wie een gut eingeölter Blitz, Herr Shatterhand."
 
"Well! So mögen Kas und Has den Häuptling so fest halten, daß er den Kopf nicht bewegen kann, und du schneidest ihm den ganzen dicken Haarschopf herunter, lässest aber eine Strähne stehen, an die wir diese schönen ostasiatischen Zierden festbinden können."
 
Er zog bei diesen Worten die Zöpfe der zwei chinesischen Gewehrdiebe aus der Tasche.
 
"Hurra, die beeden Kang-  Keng-  King-  Kongzöpfe! Die hatte ich beinahe ganz vergessen! Hurra, hurra, is das een großartiger schtylistischer Gedanke! Ich bin so erfreut und so entzückt, als ob heute mein diatonischer und kynologischer Geburtstag wäre! Dem Manne kann sofort geholfen werden, nämlich von dem Schopfe und zu den Zöpfen! Kommen Sie her, Herr Timpe Nummer eens und Timpe Nummer zwee! Ihr Name hat für mich zwar gar keenen schönen Karbol-   und Klarinettenklang, aber bei so eener famosen Operation kann er mich doch nich schtören. Passen Sie off, Mesch'schurs und meine Herren, das große Werk kann beginnen. Der Vorhang geht in die Höhe, aber die Haare müssen runter! Ich schpiele den Barbier von Sevilla ohne Borschtenpinsel und Seefenschaum, und der Komantsche wird den >geschundenen Raubritter< geben. Beim erschten Offzug singe ich ihn an: >Reich mir die Hand, mein Leben!< und hierauf trägt er die Gnadenarie aus >Robert und Bertram< vor. Dann beginnt der Chor der Rachebrüder: >Schab, Hobble, schab, der Schopf der muß herab!< Sodann fällt er ein: >Leise, leise, lieber Frank, sonst wird meine Kopfhaut krank!< aus dem Freischütz, wenn ich mich nich irre oder wenn sich Weber nich geirrt hat. Am Schluß des erschten Aktes das Terzett: >Mond, ich grüß dich tausendmal, der Komantsche is nu kahl!< Wenn kurze Zeit schpäter der Vorhang wieder in die Sofitten oder in die Lafetten gezogen wird, schtimme ich mit Harmoniumbegleitung an: >Weint mit ihm des Schmerzes Thräne, fadendünne ist die Strähne!< worauf er ganz alleene mit dem Doppelquartett antwortet: >Weil ich sonsten ohne Hut mich nich sehen lassen kann, lieber Hobble, sei so gut, bind mir die Chinesen dran!< Das thu' ich natürlich ooch, weil meine Rolle es so mit sich bringt, und wenn es geschehen is, fallen sämtliche Mitschpieler und Zuschauer mit dem ganzen Orschester in den Lobgesang ein: >Jubelt laut, ihr roten Brüder, denn die Zöpfe bammeln nieder! Euer Häuptling is entzückt, daß sein Schädel ward geschmückt; führt ihn im Triumph nach Haus, die Komödie is nu aus!< worauf das Publikum offschteht und der Vorhang aber niedergeht. In dieser Weise denke ich mir das Festprogramm, und nu, meine Herrschaften und übrigen Gentlemen, mag das Schtück beginnen. Wer am besten schpielt, kriegt ooch keene Gage!"
 
Der kleine, lustige Kerl war ganz begeistert von der Aufgabe, die ihm zugeteilt worden war. Er hatte seinen launigen Vortrag zwar in deutscher Sprache gehalten
 
 
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