|
| Werke von Karl May |
|
|
| Der Schatz im Silbersee |
|
|
| Das Vermächtnis der Inkas |
|
|
| Der Ölprinz |
|
|
| Der schwarze Mustang |
|
|
|
|
|
| |
Der schwarze Panther
wohl am allerwenigsten zugetraut hätte, nämlich der junge Indianer.
Er hatte mit seinem Vater ungefähr zehn Schritte von dem Mädchen entfernt gestanden. Als er die Gefahr bemerkte, in welcher sich dasselbe befand, blitzten seine Augen auf. Er sah nach rechts und links, wie nach einem Rettungswege suchend; dann ließ er die Zunidecke von den Schultern fallen und rief seinem Vater in der Sprache der Tonkawa zu: "Tiakaitat; schai schoyana - bleib stehen; ich werde schwimmen!"
Er sprang mit zwei Sätzen auf das Mädchen zu, ergriff es an dem Taillengürtel, schnellte mit ihr nach der Reiling (Schiffsgeländer) und schwang sich auf diese hinauf. Dort blieb er einen Augenblick stehen, um zurückzublicken. Der Panther war hinter ihm und setzte eben zum letzten Sprunge an. Kaum hatten die Pranken des Tieres den Boden verlassen, so flog der junge Indianer, sich eine seitwärtige Richtung gebend, um nicht neben dem Tiere in das Wasser zu kommen, von der Reiling in den Fluß hinab. Das Wasser schlug über ihm und seiner Last zusammen. Zugleich schoß der Panther, dessen Sprungkraft eine so große war, daß er sich nicht zu halten vermochte, über das Geländer hinaus und hinunter in den Strom.
"Stopp, stopp auf der Stelle!" kommandierte der Kapitän geistesgegenwärtig durch das Sprachrohr in den Maschinenraum hinab.
Der Ingenieur gab Gegendampf; der Steamer stoppte und blieb dann dadurch auf der Stelle halten, daß die Räder nur so viel Wasser griffen, als nötig war, die Rücktrift zu vermeiden.
Da die Gefahr für die Passagiere jetzt vorüber war, eilten alle aus den verschiedenen Verstecken hervor und an das Geländer. Die Mutter des Kindes war in Ohnmacht gefallen, der Vater desselben rief mit überlauter Stimme: "Tausend Dollar für die Rettung meiner Tochter, zweitausend, dreitausend, fünftausend, noch mehr, noch viel mehr!"
Niemand hörte auf ihn. Alle beugten sich über die Reiling, um in den Fluß hinabzusehen. Da lag der Panther, als vortrefflicher Schwimmer, mit ausgebreiteten Pranken auf dem Wasser und sah sich nach der Beute um - vergeblich. Der kühne Knabe war mit dem Mädchen nicht zu sehen.
"Sie sind ertrunken, in die Räder gekommen!" jammerte der Vater, indem er sich das Haar mit beiden Händen raufte.
Da aber ertönte vom andern Bord die schallende Stimme des alten Indianers herüber. "Nintropan- homosch klug gewesen. Unter Schiff wegschwimmen, damit Panther nicht sehen. Hier unten sein!"
|
|
|
| |
|