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Werke von Karl May

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Auf Tod und Leben 

Art des Angriffes erfolgen könne und werde. Jetzt aber griff der Indianer in den Lasso, zog ihn scharf an, so daß er vorn Raum zu einer Wendung bekam, und drehte sich um -   -   doch nicht ganz.
 
Wäre ihm seine Absicht gelungen, so hätte er dem Weißen dann seine Vorderseite zugekehrt und ihn einfach niederpressen können; aber Jemmy war ein schlauer Patron und sehr auf seiner Hut. Auch der Hobble-  Frank hatte die heimtückische Absicht des Roten sofort bemerkt und rief dem Dicken schnell zu: "Wirf ihn ab; er dreht sich um!"
 
"Weiß schon!" antwortete Jemmy.
 
In demselben Augenblicke, in welchem er diese Worte sprach und an dem der Rote seine Umdrehung erst halb bewerkstelligt hatte und also keinen festen Halt besaß, bückte er sich schnell nieder, riß dadurch seinen Gegner empor und zog die Schleife auf. Der Lasso gab nach. Der Rote griff mit den Händen in die Luft und machte über Jemmys Kopf einen ganz regelrechten Purzelbaum auf die Erde nieder, wobei ihm sein Messer entfiel. Wie der Blitz so schnell kniete der Dicke auf ihm, faßte ihn mit der Linken bei der Kehle und setzte ihm mit der Rechten das Messer auf die Herzgegend.
 
Vielleicht hatte der "große Fuß" die Absicht gehegt, sich um keinen Preis zu ergeben, sondern sich in jedem Falle zu wehren, aber der Purzelbaum hatte ihn so verblüfft, und die Augen des Dicken funkelten so nahe und drohend vor seinem Gesichte, daß er es für das beste hielt, bewegungslos liegen zu bleiben. Da richtete Jemmy seinen Blick auf den Häuptling und fragte: "Gibst du zu, daß er verloren ist?"
 
"Nein," antwortete der Gefragte, indem er herbeitrat.
 
"Warum nicht?" erkundigte sich sofort Old Shatterhand, indem er auch herbeikam.
 
"Er ist nicht besiegt."
 
"Ich behaupte das Gegenteil: Er ist besiegt."
 
"Das ist nicht wahr, denn der Lasso ist geöffnet."
 
"Daran ist der "große Fuß" selbst schuld, denn er hat sich umgedreht und dabei den Riemen aufgesprengt."
 
"Das hat niemand gesehen. Laß ihn los! Er ist unbesiegt, und der Kampf hat von neuem zu beginnen."
 
"Nein, Jemmy, laß ihn nicht los!" gebot der Jäger. "Sobald ich es dir befehle, erstichst du ihn, oder sobald er es wagt, sich zu bewegen!"
 
Da richtete sich der Häuptling stolz auf und fragte: "Wer hat hier zu befehlen, du oder ich?"
 
"Du und ich, wir beide."
 
 
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