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Werke von Karl May

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Auf Tod und Leben 

"Wie meinst du das?"
 
"Du sagst, daß der Sieger das Recht habe, den Besiegten zu töten. Wie nun, wenn ich einen deiner Krieger besiege und töte, kann ich dann frei und sicher diesen Ort verlassen?"
 
"Ja."
 
"Es wird mir niemand etwas thun ?"
 
"Nein, denn du wirst nicht siegen. Es wird überhaupt keiner von euch siegen."
 
"Ich verstehe dich. Ihr werdet eure Auswahl unter den Kriegern so treffen und die Art des Kampfes so bestimmen, daß wir unterliegen? Irre dich nicht! Es kann leicht anders kommen, als du denkst."
 
"Wie es kommen wird, das weiß ich so genau, daß ich sogar noch eine Bedingung stelle, nämlich die, daß der Sieger alles Eigentum des Besiegten erhält."
 
"Diese Bedingung ist sehr nötig, da sich sonst wohl niemand melden würde, der mit uns kämpfen wollte."
 
"Hüte dich!" fuhr der Häuptling auf; "du hast einfach nur zu sagen, ob ihr einverstanden seid oder nicht."
 
"Und wenn wir es nicht sind?"
 
"So brecht ihr euer Versprechen, denn du hast gesagt, daß ihr keine Gegenwehr leisten wollt."
 
"Ich halte mein Versprechen, aber ich will euer Wort, daß derjenige von uns, welcher aus dem Kampfe als Sieger hervorgeht, von euch als Freund betrachtet werden soll."
 
"Ich verspreche es dir."
 
"Rauchen wir die Pfeife des Friedens darüber!"
 
"Glaubst du mir nicht?" rief der Wolf.
 
Old Shatterhand sah ein, daß er nicht so schroff auftreten dürfe, wenn er nicht auf die bisher errungenen Vorteile verzichten wolle; darum erklärte er: "Wohlan, ich glaube dir. Frage deine Krieger, wer sich melden will!"
 
Jetzt gab es eine große Bewegung unter den Indianern; sie gingen und wogten fragend und schreiend durcheinander. Old Shatterhand sagte zu seinen Gefährten: "Leider durfte ich die Saite nicht allzu straff anspannen, sonst wäre sie zerrissen. Ich bin mit den erhaltenen Bedingungen keineswegs zufrieden."
 
"Wir müssen eben zufrieden sein, da wir keine bessern bekommen können," sagte der lange Davy.
 
"Ja, was mich betrifft, da habe ich keine Sorge. Die Roten
 
 
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