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Werke von Karl May

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Am Silbersee 

"Das ist nicht wahr!"
 
"Es ist wahr. Ich saß drüben unter der alten Lebenseiche, als du mit deinem Sohne kamst. Ihr bliebt in meiner Nähe stehen und spracht von der Insel, von ihren Schätzen und von dem Gange, aus welchem man das Wasser in den Canon laufen lassen kann. Erinnerst du dich?"
 
"Ja, es ist wahr. Wir haben dort gestanden und davon gesprochen. Wir glaubten, allein zu sein."
 
"Ich ersah aus euren Worten, daß der Gang da beginne, wo der Steinhaufen lag. Am andern Morgen jagtet ihr einen Hirsch, und ich benutzte das, um den Steinhaufen zu entfernen. Ich trat in den Gang und sah die Fackeln. Da wußte ich genug und brachte die Steine wieder an ihre Stelle."
 
"Und heut gingst du zu den Utahs, um das Geheimnis zu verraten!"
 
"Nein. Ich wollte sie belauschen, wurde aber ergriffen. Nur um mich zu retten, sprach ich von diesem Gange und auch von der Insel."
 
"Das war feig. Hätte Old Shatterhand nicht bemerkt, daß du fehltest, so wäre der Verrat gelungen, und unsre Seelen befänden sich schon morgen in den ewigen Jagdgründen. Habt ihr gesehen, was unten in der Insel lag?"
 
"Ja."
 
"Und habt ihr die Pakete geöffnet?"
 
"Nur ein einziges."
 
"Was befand sich darin?"
 
"Ein Gott, aus purem Golde gefertigt."
 
"Kein menschliches Auge wird ihn wiedersehen, auch das deinige nicht. Was meinst du wohl, daß du verdient hast?"
 
Der Timbabatsche schwieg.
 
"Den Tod, den zehnfachen Tod! Aber du warst mein Freund und Kamerad, und diese Bleichgesichter wünschen nicht, daß ich dich töte. Du sollst also leben bleiben, doch nur, wenn du das thust, was ich von dir verlange."
 
"Was forderst du?"
 
"Ich werde dir einen Schwur, einen schweren Schwur abnehmen, einen Schwur, daß du niemals und niemanden von der Insel und dem, was sie enthält, etwas sagen willst."
 
"Ich bin bereit, zu schwören."
 
"Jetzt nicht, sondern später. Und sodann fordre ich von dir, daß
 
 
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