|
| Werke von Karl May |
|
|
| Der Schatz im Silbersee |
|
|
| Das Vermächtnis der Inkas |
|
|
| Der Ölprinz |
|
|
| Der schwarze Mustang |
|
|
|
|
|
| |
Am Silbersee
Der Kessel hatte einen Durchmesser von wenigstens einer englischen Meile. Sein Boden bestand aus tiefem Sande, untermischt mit abgescheuerten Steinen bis zur Größe einer Männerfaust. Zwei Männer waren hier von großer Bedeutung, nämlich Old Firehand, welcher die Ader anzugeben hatte, und Butler, der Ingenieur, welcher den Fund und die Möglichkeit der Ausbeutung technisch begutachten sollte. Dieser letztere ließ seinen prüfenden Blick rund umherschweifen und meinte dann: "Es ist möglich, daß wir hier auf eine reiche Bonanza stoßen. Gibt es wirklich edles Metall hier, so steht allerdings zu erwarten, daß es gleich in bedeutenden Mengen vorhanden ist. Diese ungeheure Vertiefung wurde im Laufe der Jahrhunderte ausgewaschen. Das Wasser strömte durch die Felsenenge von Süden herbei und bildete, da es nicht weiter konnte, einen Strudel, welcher das Gestein ablöste und zu Gries und Sand zerrieb. Der Boden, auf welchem wir stehen, wurde durch den allmählichen Niederschlag gebildet und muß die ausgewaschenen Metalle enthalten, welche infolge ihrer Schwere am tiefsten sanken und also unter dem Sande liegen. Wenn wir einige Ellen tief nachgraben, wird es sich zeigen, ob unsre Reise erfolgreich oder vergeblich war."
"Wir brauchen nicht nachzugraben. Es genügt doch, nachzuweisen, daß die Ufer dieses einstigen Wasserloches das gesuchte Metall enthalten?" antwortete Old Firehand.
"Allerdings. Gibt es in diesen Wänden Gold oder Silber, so ist ganz bestimmt auch der Boden des Kessels mit diesen Metallen geschwängert."
"So kommt! Ich will euch den Beweis liefern."
Er schritt in gerader Richtung nach einer Stelle, welche er genau zu kennen schien. Die andern folgten ihm in größter Spannung.
"Vetter, mir schuckert das Herz," gestand der Hobble- Frank dem Altenburger. "Wenn wir hier Silber finden oder gar Gold, so raffe ich mir alle Taschen voll und fahre nachher heeme, nach Sachsen. Dort baue ich mir am lieblichen Schtrande der Elbe eene sogenannte Villa und recke von früh bis abends den Kopp zum Fenster 'raus, um den Leuten zu zeigen, was für een vornehmer und großartiger Kerl ich geworden bin."
"Und ich," antwortete Droll, "koof mer ee Bauergut mit zwanzig Pferden und achtzig Kühen und mache weiter nischt als Quark und Ziegenkäse. Dadroff kommt's nämlich im Altenburgischen hauptsächlich an."
"Und wenn wir aber nischt finden?"
|
|
|
| |
|