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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Am Petroleumsee
sogar die weißen Squaws und Kinder, welche sich in seiner Gewalt befanden, wieder hergeben müssen?«
Winnetou sprach diese Fragen mit sehr gutem Grunde aus. Es war für Mokaschi unbedingt eine große Schande, unter solchen Verhältnissen und trotz seiner großen Kriegerschar festgenommen worden zu sein. Er sollte seine vorherigen Gefangenen ungehindert ziehen lassen und dafür selbst freigegeben werden. Ging er nicht darauf ein, so mußte dann das Versprechen, daß seine Schande verschwiegen bleiben solle, ihn doch noch willfährig machen. Er sah jetzt finster vor sich hin und antwortete nicht. Darum fuhr Winnetou fort:
»Deine Krieger haben vernommen, daß du sofort getötet wirst, wenn sie uns angreifen. Hast du es auch gehört, als mein Bruder Shatterhand es ihnen hinüberrief?«
Mokaschi nickte.
»So weißt du also, was du zu erwarten hast. Du sollst aber dein Leben behalten und deine Freiheit zurückbekommen. Dafür verlangen wir freien Abzug von hier und alle Sachen zurück, welche uns genommen worden sind und die wir noch nicht wieder haben.«
»Die gehören nun uns!«
»Nein. Wir werden nicht eine einzige Nadel in euren Händen lassen.«
»So mag es zum Kampfe kommen!«
»Aber du wirst zuerst sterben!«
»Ich bin ein Krieger und fürchte den Tod nicht. Meine Leute werden mich rächen!«
»Du irrst. Wir befinden uns hier unter dem Schutze der Felsen und Bäume; auch haben wir nie die Zahl unsrer Feinde gezählt; ob ihr dreihundert seid oder weniger, das ist uns gleich, und deine Krieger wissen, was für Gewehre wir besitzen. Ich sage dir, daß wir ganz gewiß nicht unterliegen werden.«
»So mögen meine Leute mit mir sterben. Sie tragen ja ebenso wie ich die Schande, von welcher du vorhin gesprochen hast.«
»Wenn du klug bist und sie dir gehorchen, wird diese Schande nicht auf euch liegen bleiben. Wir versprechen dir, nicht davon zu sprechen.«
Da leuchteten die Augen Mokaschis freudig auf, und er rief:
»Das versprichst du mir?«
»Ja.«
»Und wirst Wort halten?«
»Hat Winnetou sein Wort jemals gebrochen?«
»Nein. Aber sage mir, wie ihr euch dann gegen uns verhalten werdet, wenn wir euch ziehen lassen!«
»So, wie ihr euch gegen uns verhaltet. Folgt ihr uns, um uns von neuem zu bekämpfen, so werden wir uns wehren.«
»Wohin werdet ihr euch wenden?«
»Das wissen wir noch nicht.«
»Etwa zu den Navajos?«
»Wir müssen den drei entflohenen Gefangenen folgen. Wo diese hingeritten sind, dahin reiten wir auch. Sind sie zu den Navajos, so suchen auch wir diese auf.«
»Und steht ihnen gegen uns bei?«
»Wir werden sie zum Frieden ermahnen, so wie ich es bei dir gethan habe. Ich sagte dir ja schon, daß wir nicht eure Feinde sind, aber auch nicht die ihrigen. Entscheide dich schnell! Wir müssen bald aufbrechen, sonst bekommen die drei Bleichgesichter einen zu großen Vorsprung.«
Mokaschi schloß die Augen, um alles für und wider zu überlegen; dann schlug er sie wieder auf und erklärte:
»Ihr sollt alles zurückbekommen, was euch gehört, und dann fortreiten können.«
»Ohne daß ihr uns verfolgt?«
»Wir werden nicht mehr an euch denken; dafür aber werdet ihr nicht davon reden, wie ich hier in eure Hände geraten bin!«
»Einverstanden! Ist mein Bruder Mokaschi bereit, mit uns hierüber die Pfeife des Friedens zu rauchen?«
»Ja.«
»Halt!« fiel da Old Shatterhand ein. »Mein Bruder Winnetou hat etwas Wichtiges vergessen. Er hat nicht an die acht Navajos gedacht, welche sich in den Händen der Nijoras befinden.«
»Ich habe an sie gedacht,« antwortete der Apache.
»Wir müssen auch ihre Freiheit verlangen.«
Da fuhr Mokaschi zornig auf:
»Was gehen diese euch an? Sind sie eure Gefährten? Haben wir sie in eurer Gesellschaft gefangen? Ihr sagt, daß ihr weder ihre noch unsre Feinde seid, und ich habe das geglaubt. Soll ich nun daran irre werden? Ich habe euch den Willen gethan, soweit es eure Personen und eure Sachen betrifft. Diese Navajos aber, unsre Feinde, sind euch fremd: sie gehen euch nichts an, und ihr habt sie nicht von uns zu fordern. Wenn ihr dies dennoch thut, so nehme ich mein Versprechen zurück, und der Kampf zwischen uns und euch mag beginnen, obgleich ihr mir gedroht habt, daß ich der erste sein werde, welcher sterben muß.«
Die Menschlichkeit trieb Old Shatterhand, dennoch auf seinem Verlangen zu beharren; Winnetou aber glaubte, auf eine andre Weise zu demselben Ziele kommen zu können; er gab ihm daher einen heimlichen Wink und sagte zu dem Nijora:
»Mein Bruder Mokaschi hat recht; wir dürfen diese Navajos nicht von euch verlangen, denn sie sind nicht unsre Gefährten gewesen; aber du weißt, daß ich sie ebenso wie euch als meine Brüder betrachte, und darum werde ich eine Bitte für sie aussprechen.«
»Winnetou mag reden, und ich werde hören.«
»Was beabsichtigt ihr, mit diesen Gefangenen zu thun?«
»Sie werden am Marterpfahle sterben, gerade so wie alle andern Navajos, die noch in unsre Hände fallen.«
»So bitte ich dich, sie nicht schon jetzt sterben zu lassen.«
»Wann?«
»Wenn der Kampf beendet und das Kriegsbeil wieder vergraben worden ist.«
»Das würde auch geschehen, ohne daß du es erbittest. Du bist der berühmteste Krieger der Apachen und mußt also den Gebrauch aller Stämme kennen. Kein Gefangener wird während des Kriegszuges gemartert, sondern erst
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