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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Am Petroleumsee
Er selbst nahm sein und Winnetous Pferd beim Zügel, während der Apache den Häuptling der Nijoras aufhob, um mit ihm in das Dunkel zu verschwinden, dahin, von wo sie Sam Hawkens Stimme vernommen hatten. Der Platz am Feuer war leer; die Roten starrten auf denselben hin, kaum im stande, sich selbst zu begreifen, daß sie sich so hatten überraschen lassen.
Die beiden Helden dieser befreienden That hatten nicht Zeit gefunden, auf ein Vorkommnis zu achten, dessen Folgen ihnen später sehr ärgerlich werden sollten. Dem Kantor emeritus war nämlich plötzlich eingefallen, daß er in der oberen Westentasche, welche ihm nicht geleert worden war, sein Federmesser stecken hatte. Er wollte den Fehler, den er begangen hatte, wieder gut machen und ging, während alle andern nur für Old Shatterhand und Winnetou Augen hatten, zu Poller hin, setzte sich neben denselben nieder und sagte:
»Eben denke ich daran, daß ich ein Federmesser habe. Sie wollen meinen Kameraden mit helfen. Hier ist es.«
»Schön, schön!« antwortete Poller ganz entzückt. »Legen Sie sich lang neben mich her, und schneiden Sie mir die Riemen an den Händen entzwei, doch so, daß niemand es sieht. Wenn Sie mir dann das Messer geben, besorge ich das weitere selbst.«
»Aber Sie müssen dann auch meine Gefährten von ihren Fesseln befreien!«
»Natürlich, natürlich! Also machen Sie nur schnell, schnell!«
Der Kantor kam dieser Aufforderung nach und gab Poller das Messer in dem Augenblicke, in welchem Old Shatterhand das Durchschneiden der Riemen, mit denen die Weißen gefesselt waren, selbst in die Hand nahm. Darum sagte er:
»Sehen Sie dorthin! Nun ist Ihre Hilfe nicht nötig. Shatterhand wird Sie auch frei machen. Sie können mir mein Messer wieder geben.«
»Fällt mir nicht ein!« antwortete Poller. »Machen Sie sich schnell wieder zu Ihren Leuten hin; wir drei kommen dann gleich nach!«
Der Kantor stand also auf und sprang, als er sah, was die andern auf Old Shatterhands Befehl machten, zu seinem Pferde, um dasselbe auch schnell fortzuziehen.
Jetzt nun war die Situation so, daß nur Buttler, Poller und der Oelprinz am Feuer lagen; die Indianer hatten sich, um ihren Feinden keine sicheren Ziele zu bieten, gegen den Fluß hin in das Dunkel zurückgezogen, während die Weißen am Fuße der Thalwand unter den Bäumen steckten. Aus diesem Verstecke heraus rief Old Shatterhand den Roten zu:
»Die Krieger der Nijoras mögen sich ja ruhig verhalten. Beim geringsten Zeichen der Feindseligkeit oder wenn auch nur einer von ihnen es wagen wollte, zu uns herüberzuspähen, werden wir ihren Häuptling töten. Wenn es Tag geworden ist, soll über denselben verhandelt werden. Wir sind Freunde aller roten Männer und werden uns nur dann an ihm vergreifen, wenn wir gezwungen werden, uns zu verteidigen.«
Die Indianer nahmen als ganz natürlich an, daß er Wort halten würde, obgleich es ihm selbst dann, wenn sie angegriffen hätten, nicht eingefallen wäre, einen Mord zu begehen. Und für einen Mord hielt er es selbst in diesem Falle, einem wehrlosen Gefangenen das Leben zu nehmen, denn wehrlos war jetzt der Häuptling, weil man ihn an den Händen und Füßen gefesselt hatte.
Sam Hawkens und der Hobble- Frank waren unter
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