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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Am Petroleumsee
mein Leben, daß dort, wo dieser Streifen an den Felsen stößt, die Höhle zu suchen ist. Laßt sehen!«
Er folgte dem Streifen, welcher am Felsen in einen hohen Geröllhaufen auslief; die andern kamen hüben und drüben nachgegangen. Er blieb vor dem Haufen stehen, betrachtete denselben nur einen Augenblick und erklärte dann:
»Ja, wir sind am Ziele. Hinter diesem Steinhaufen befindet sich die Höhle.«
Der Hobble- Frank wollte sich gern auch als berühmten Westmann aufspielen und fragte darum:
»Das sehen Sie mit diesem einen Blick, Herr Shatterhand?«
»Ja,« antwortete der Gefragte.
»Das müßte ich doch ooch erkennen können. Darf ich 'mal hinschen?«
»Thun Sie es!«
Frank betrachtete den Haufen von allen Seiten, schien aber nichts zu finden.
»Nun?« fragte Old Shatterhand. »Was sehen Sie, lieber Frank?«
»Eenen Haufen, der so wie alle Haufen is; das heeßt een Schteenhaufen, der aus eenem Haufen von Schteenen beschteht.«
»Sehen Sie denn nur die Steine?«
»Ja, nur.«
»Weiter gar nichts?«
»Nich das Geringste.«
»Bedenken Sie, daß unter diesen Umständen der kleinste Gegenstand von der größten Bedeutung sein kann!«
»So, also nach eenem kleenen Gegenschtande soll ich suchen. Ich finde aber nischt.«
Auch die andern bei ihm Stehenden suchten gerade so vergeblich wie er. Nur der Apache ließ ein leises, befriedigendes »Uff!« vernehmen. Sein Auge war auf einen toten Laufkäfer gefallen, der halb unter einem Steine lag.
»Sonderbar!« lächelte Old Shatterhand. »Nur Winnetou sieht, was ich meine. Frank, sehen Sie denn den schwarzen Käfer nicht, dessen halber Leib da unter dem Steine hervorblickt?«
»Ja, den Käfer, den habe ich freilich schon längst entdeckt.«
»Nun, und - - - ?«
»Nu - - und - - ? Ja, was denn nu, und was denn und? Es is eben een Käfer, weiter nischt.«
»Weiter nichts? Sogar sehr viel, denn er sagt mir, daß wir bei der Höhle sind.«
»Wie? Der? Was kann der sagen? Selbst wenn er bei Lebzeiten eene verschtändliche Schprache besessen hätte, er is jetzt tot.«
»Ja, er ist tot. Woran mag er wohl gestorben sein?«
»Weeß ich's? Vielleicht an Diphtheriteris oder Trommelfellentzündung.«
»Nehmen Sie ihn weg und betrachten Sie ihn!«
Frank mußte den Stein aufheben, um den Käfer wegnehmen zu können.
»Er is von dem Schteene zerquetscht worden,« erklärte er, indem er ihn betrachtete.
»Ganz richtig! Wie aber hat dies geschehen können? Hat sich das Tierchen etwa selbst unter den Stein gedrängt, so daß es von diesem zermalmt wurde?«
»Nee, dazu hätte das Käferchen die Kraft nich besessen. Der Schteen is off ihn droff geworfen worden.«
»Schön! Endlich haben Sie es! Wenn geworfen wird, ist jemand da, welcher wirft; das sehen Sie doch ein?«
»Ja, das sehe ich - - - «
Er hielt inne, besann sich einige Augenblicke, schlug sich dann mit der Hand an die Stirn und rief aus:
»Jetzt habe ich endlich den Ochsen bei den Hörnern erwischt! Jetzt begreife ich's! Sollte man's denken, daß so een gescheiter Kerl, wie ich bin, so riesenhaft dumm sein kann! Diese Schteene sind unter- und übereenander geworfen worden, wobei der Käfer sein irdisches Dasein verloren hat. Dieser aus eenern Haufen von Schteenen beschtehende Schteenhaufen is erscht weggeschafft und nachher wieder offgerichtet worden. Warum und wozu? Weil er den verschlossenen Eingang zu der Höhle bildet und - «
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