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Werke von Karl May

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Am Petroleumsee 

besitzen. Habt ihr denn ihre Spuren gesehen, welche gewiß zu finden wären, wenn sie sich wirklich entfernt hätten?«
 
»Nein. Du willst also sagen, daß sie noch hier sind?«
 
»Ja.«
 
»Wo?«
 
»An einem Orte, wo ihr sie nicht sehen könnt.«
 
»Welchen Ort meinst du?«
 
»Diesen.«
 
Er deutete auf das Wasser.
 
»Uff! Sie befinden sich in diesem See?«
 
»Ja.«
 
»Sie sind also ertrunken?«
 
»Ja.«
 
»Lüg nicht! Es gibt keinen Menschen, der in dieses ölige Wasser ginge.«
 
»Freiwillig nicht; das ist richtig. Sie wollten nicht hinein, aber sie mußten doch.«
 
»Wer hat sie gezwungen?«
 
»Wir. Wir haben sie ersäuft.«
 
»Ihr -   habt -   sie -   -   ersäuft?« fragte der Indianer. Er war ein Wilder und fühlte doch einen so großen Abscheu vor einer solchen That, daß er die Worte nur in Absätzen herausbrachte. »Ersäuft? Warum?«
 
»Zur Strafe. Sie waren unsre Todfeinde.«
 
»Und doch befanden sie sich bei euch! Niemand pflegt in Gesellschaft seiner Todfeinde zu reiten.«
 
»Wir haben von ihrer Feindschaft nichts gewußt; wir merkten es erst, als wir hier ankamen.«
 
»Was hattet Ihr ihnen gethan?«
 
»Nichts. Sie wollten diesen Oelsee allein besitzen und darum uns ermorden. Als wir dies bemerkten, haben wir sie unschädlich gemacht, indem wir sie in das Wasser warfen.«
 
»Wehrten sie sich nicht?«
 
»Nein. Wir schlugen sie ganz plötzlich mit den Kolben nieder.«
 
»Warum sieht man sie nicht?«
 
»Weil wir ihnen Steine an die Füße gebunden haben; da sind sie auf den Grund gegangen.«
 
Der Rote schwieg eine Weile. Er überlegte, ob es geraten sei, die Angaben Buttlers zu glauben. Dann sagte er:
 
Ach will glauben, daß du die Wahrheit redest. Aber mir graut vor euch. Ihr habt Söhne Eurer eignen Rasse ersäuft, so wie man räudige Hunde in das Wasser wirft. Ihr habt sie heimlich getötet, ohne mit ihnen zu kämpfen. Ihr seid böse Menschen!«
 
»Konnten wir anders handeln? Sollten wir etwa warten, bis sie ihren Plan ausführten und uns hinterrücks niederschossen? Das wollten sie nämlich thun; wir haben sie belauscht.«
 
»Wie ihr über diese Sache denkt, das geht mich nichts an; kein roter Mann ersäuft einen andern Indianer und wenn es sein größter Feind wäre. Seid ihr schon einmal an diesem Wasser gewesen?«
 
»Ja, ich, « antwortete der Oelprinz jetzt.
 
»Wann?«
 
»Vor mehreren Monden.«
 
»War schon damals dieses Oel vorhanden?«
 
»Ja. Darum ging ich fort, um noch einige Weiße herbeizuholen und es ihnen zu zeigen. Ich wollte mit ihnen eine Gesellschaft zur Gewinnung des Oeles gründen. Diese beiden aber wollten uns ermorden, um die alleinigen Besitzer zu sein.«
 
»Uff! Vorher hat es hier niemals Oel gegeben. Es muß erst kürzlich aus der Erde hervorgebrochen sein. Aber wie konntet ihr euch als Besitzer des Sees dünken! Er gehört den roten Männern. Die Bleichgesichter sind Räuber, welche zu uns kommen, um uns alles zu nehmen,
 
 
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