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| Werke von Karl May |
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| Der Schatz im Silbersee |
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| Das Vermächtnis der Inkas |
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| Der Ölprinz |
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| Der schwarze Mustang |
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Am Petroleumsee
»Keine weiteren Dummheiten?« wiederholte der Oelprinz Baumgartens Worte. »Habe ich denn schon welche gemacht?«
»Allerdings!«
»Wieso?«
»Eure Grobheit, Euer ganzes Verhalten war eine. Der Mann meinte es offenbar gut mit uns, und ich kann wirklich keinen Grund ersehen, der Euch veranlassen konnte, ihn in solcher Weise zu behandeln!«
Grinley wollte ihm eine zornige Antwort geben, besann sich aber eines andern und erwiderte:
»Bin ich grob gegen ihn gewesen, so seid Ihr es jetzt gegen mich; lassen wir das sich gegenseitig aufheben. Der Kerl war, indem er Euch warnte, ein Hasenfuß.«
»Aber als Ihr mit dem Messer an ihn wolltet, benahm er sich gar nicht wie ein solcher, sondern Ihr waret es, der beigeben mußte!«
»Das ist gar keine Schande. Der Teufel mag ruhig zusehen, wenn ihm zwei sechsfach geladene Läufe auf die Brust gerichtet werden! Doch genug hiervon; reiten wir weiter!«
Buttler und Poller hatten sich während dieser ganzen Scene äußerst ruhig verhalten, doch war ihnen anzusehen, daß sie sich über das Erscheinen und Verhalten des Kuriers, besonders über seine Warnungen, nicht wenig ärgerten. Sie warfen im Weiterreiten ebenso wie der Oelprinz besorgt forschende Blicke auf Rollins und Baumgarten, um an ihren Mienen abzulesen, welchen Eindruck diese Warnungen gemacht hatten.
Die Stimmung war eine ganz andre als vorher; es wurde nicht gesprochen, und jeder schien mit seinen Gedanken zu thun zu haben, bis nach einiger Zeit die Sonne verschwand und ein zum Nachtlager passender Ort gefunden wurde. Um ein Abendessen brauchten sie sich nicht zu sorgen, weil der Oelprinz auf dem Pueblo hinreichend mit Proviant versehen worden war. Sie verzehrten es schweigend, und erst als es völlig dunkel geworden war, fiel das erste Wort aus Baumgartens Munde:
»Brennen wir ein Feuer an?«
»Nein,« antwortete Grinley.
»Also seid Ihr doch auch besorgt von wegen der Indianer?«
»Besorgt? Nein! Ich kenne diese Gegend und die Roten, die es in derselben gibt, viel besser als der Kurier, der wohl zum erstenmal hierhergekommen ist. Von Sorge oder gar Angst kann keine Rede sein, doch braucht die Vorsicht immerhin nicht vernachlässigt zu werden. Wenn der Mann Spuren gesehen hat, so ist es nicht notwendig, daß sie gerade von Kundschaftern herrühren. Dennoch wollen wir lieber kein Feuer machen. Ihr sollt mir später nicht den Vorwurf machen, etwas unterlassen zu haben, was zu unsrer Sicherheit erforderlich war.«
»Hm!« brummte der Bankier nachdenklich. »Ihr seid also überzeugt, daß es die Gefahr nicht gibt, von welcher der Kurier sprach?«
»Für uns nicht; darauf könnt Ihr Euch verlassen. Um Euch vollständig zu überzeugen und ganz zu beruhigen, will ich, obgleich es ganz und gar nicht nötig ist, ein Uebriges thun und morgen Poller und Buttler voranschicken.«
Die beiden Genannten hatten dies erwartet; sie sagten nichts dazu.
»Warum? Was sollen sie?« fragte der Bankier.
»Unsre Eclaireurs machen, also voranreiten, um dafür zu sorgen, daß Ihr nicht in Gefahr kommt. Ihr seht also, daß ich allen Möglichkeiten Rechnung trage, und werdet Euch hoffentlich wieder beruhigt fühlen.«
»Schön! Wir brechen also morgen früh nicht alle auf?«
»Nein. Ich bleibe mit Euch und Mr. Baumgarten hier. Nur Buttler und Poller reiten fort. Sie werden scharf aufpassen und, falls sie eine Gefahr für uns entdecken, sofort zurückkehren, um uns zu warnen.«
»Das beruhigt mich, Mr. Grinley. Dieser Kurier hatte mir doch einigermaßen Angst gemacht.«
Er ahnte nicht, daß die Veranstaltung, welche ihn beruhigte, ganz den gegenteiligen Zweck hatte, den Betrug vorzubereiten, welchem er zum Opfer fallen sollte.
Da die beiden Genannten frühzeitig aufbrechen sollten, so wurde das Gespräch nicht fortgesetzt, sondern man legte
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