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Werke von Karl May

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Am Eagle-tail 

kannten den alten Indianer, welcher bei ihnen in großen Ehren gestanden hatte, und als sie erfuhren, daß wir uns seiner angenommen und ihn dann nach seinem Tode begraben hatten, schenkten sie uns das Leben, gaben uns wenigstens die Kleider zurück und ließen uns laufen. Unsre Waffen aber behielten sie, ein Umstand, den wir ihnen nicht danken konnten, da wir ohne Waffen allen Fährlichkeiten, sogar dem Hungertode preisgegeben waren. Glücklicher oder vielmehr unglücklicherweise trafen wir am dritten Tage auf einen Jäger, von welchem wir Fleisch erhielten. Als er hörte, daß wir nach Pueblo wollten, gab er vor, dasselbe Ziel zu haben, und erlaubte uns, uns ihm anzuschließen."
 
"Das war der rote Brinkley?"
 
"Ja. Er nannte sich zwar anders, aber ich habe später erfahren, daß er so hieß. Er fragte uns aus, und wir sagten ihm alles; nur das von dem Schatze und der Zeichnung, welche Engel bei sich trug, verschwiegen wir ihm, denn er hatte kein vertrauenerweckendes Aussehen. Ich kann nicht dafür, aber ich habe stets gegen rothaarige Menschen einen Widerwillen gehabt, obgleich ich schätze, daß es unter ihnen auch nicht mehr Schurken gibt, als unter denjenigen Leuten, deren Köpfe anders gefärbte Skalpe tragen. Freilich hat uns unsre Schweigsamkeit nichts genützt. Da nur er Waffen hatte, so ging er oft fort, um zu jagen, und dann saßen wir beide beisammen und sprachen fast nur von dem Schatze. Da ist er denn einmal heimlich zurückgekehrt, hat sich hinter uns geschlichen und unser Gespräch belauscht. Als er darauf wieder nach Fleisch ging, forderte er mich auf, mitzugehen, da vier Augen mehr sehen als zwei. Nach einer Stunde, als wir uns weit genug von Engel entfernt hatten, sagte er mir, daß er alles gehört habe und uns zur Strafe für unser Mißtrauen die Zeichnung abnehmen werde. Zugleich zog er sein Messer und fiel über mich her. Ich wehrte mich aus Leibeskräften, doch vergeblich, er stieß mir das Messer in die Brust."
 
"Schändlich!" rief Old Firehand. "Er hatte die Absicht, dann auch Engel zu ermorden, um in den alleinigen Besitz des Geheimnisses zu gelangen."
 
"Jedenfalls. Glücklicherweise hatte er mich nicht ins Herz getroffen und doch angenommen, daß ich tot sei. Als ich erwachte, lag ich neben einer großen Blutlache im Schoße eines Indianers, der mich gefunden hatte. Es war Winnetou, der Häuptling der Apachen."
 
"Welch ein Glück! Da befandet Ihr Euch in den besten Händen. Es scheint, daß dieser Mann allgegenwärtig ist."
 
"In guten Händen befand ich mich; das ist wahr. Der Rote
 
 
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